…von Marco (Instagram)
Rückblick
Die Trae-Young-Ära bei den Hawks ist beendet. Das war vermutlich DIE Nachricht der letzten Saison. Nach dessen Abgang wurden die Hawks stabiler in der Defensive und verloren kaum an Offensive, weil das ganze Team zusammenspielte und performte.
Die Hawks beendeten ihre Saison mit 46-36 auf Rang 6 der Eastern-Conference inkl. Platz 14 im Offensiv-Rating und 9 im Defensiv-Rating. In der ersten Playoffrunde konnten sie dem späteren Champion in den ersten drei Spielen ordentlich Paroli bieten, ehe man die volle Wucht der Knicks zu spüren bekam und gleichzeitig deutlich aufgezeigt bekommen hat, woran man in der Offseason arbeiten muss.
Offseason
In der Offseason wollte man den Kader verstärken, insbesondere in der Breite. CJ McCollum und Jock Landale verlängerte man um ein Jahr. Der ehemalige #1 Pick Zaccharie Risacher wurde getradet – im Gegenzug kamen Lu Dort von den Thunder und Ryan Nembhard aus Dallas nach Georgia. Letzteren schickte man dann zusammen mit Buddy Hield zu den Hornets für Dorian Finney-Smith. Zudem holte man Aaron Wiggins als zusätzlichen Guard aus Oklahoma.

Im Draft wurde an #8 Kingston Flemings und an #23 Zuby Ejiofor sowie an #52 Henri Veesaar gepickt. Neben Hield und Risacher verließ auch Jonathan Kuminga die Hawks, da man sich nicht auf eine Verlängerung einigen konnte.
Schlüsselspieler
Trae Young ist Geschichte und auf dem Papier ist vermutlich Jalen Johnson der neue Superstar der Hawks. Allerdings wäre mir das zu einfach. Johnson legt zwar Superstarzahlen auf, kann für sich und andere kreieren ABER für einen echten Superstar fehlt die Konstanz in seinen Leistungen.
Zudem fehlt es den Hawks generell an Größe unter dem Korb, was Gegner ausnutzen werden und so Jalen wahrscheinlich dazu drängen, dort mehr Verantwortung zu übernehmen. Das geht auf Kosten seiner Offensive. Ich denke, dass dann der Plan von GM Onysi Saleh greift: Tiefe, Breite – nach dem Motto „Funktioniert unser Star nicht, übernimmt halt CJ oder NAW.“
Und wenn die mal nicht treffen, können sie trotzdem kreieren. Zudem haben die Hawks dann noch Onyeka Okongwu, Dyson Daniels und Lu Dort. Zusätzlich glaube ich, dass sie eine der defensivstärksten Flügelrotationen der NBA stellen werden.
Und bzgl. der fehlenden Größe und Tiefe im Frontcourt setzen meine Breakout-Kandidaten an: Asa Newell, Mou Gueye und Zuby Ejiofor – nach dem Motto: „In schwierigen Zeiten übernehmen Menschen Verantwortung, von der sie selbst nichts wussten.“
Blick nach vorn
Die Atlanta Hawks gehen mit ambitionierten Zielen in die Saison 2026-27. Nach einer starken Vorsaison soll der nächste Schritt gemacht werden. Dabei wäre eine Bilanz von etwa 48 bis 52 Siegen und ein Platz unter den besten sechs Teams der Eastern-Conference ein Riesenerfolg. In den Playoffs wollen die Hawks dann mindestens die zweite Runde erreichen. Dafür wird vor allem die Defensive eine wichtige Rolle spielen. Mit mehr Tiefe und defensiver Qualität soll das Team konstanter auftreten und sich gegen die stärksten Mannschaften behaupten können.
Entwickelt sich Jalen Johnson zum unangefochtenen Franchise-Spieler, der die Mannschaft offensiv wie defensiv anführen kann, und das Team gesund bleibt, könnten die Hawks zu einem ernsthaften Contender im Osten werden. Das langfristige Ziel ist deshalb klar: Atlanta möchte sich Schritt für Schritt von einem Playoff-Team zu einem echten Titelkandidaten entwickeln.
Fazit
Die Zeit nach Trae Young sieht vielversprechend aus, denn die Hawks sind nun ein ausgewogeneres Team mit einem starken Backcourt. Zudem haben sie auf dem Papier eine DER besten Flügelverteidigungen in der NBA. Kopfschmerzen bereiten mir dagegen die Probleme auf den großen Positionen.
Es wird spannend zu sehen sein, wie die Hawks damit umgehen.
Ein Top-6-Platz im Osten springt nur wieder heraus, wenn einige Spieler den nächsten Schritt machen – defensiv wie offensiv.
