…von Ramon (Bluesky)
Rückblick
Die Pistons beendeten die Spielzeit 2025-26 mit einem starken 60-22-Record als Nummer eins der Eastern-Conference. Besonders bemerkenswert: Noch vor zwei Jahren war Detroit eines der schlechtesten Teams der NBA. Nun gelang erstmals seit 2008 wieder der Einzug in die zweite Playoff-Runde.
Gegen Orlando lag Detroit in der ersten Runde bereits mit 1:3 zurück, gewann anschließend aber drei Spiele in Folge. In der zweiten Runde gegen Cleveland fehlte dann nur ein Sieg zum Einzug in die Conference-Finals – die Cavaliers gewannen die Serie mit 4:3. Damit haben die Pistons einen riesigen Schritt gemacht. Gleichzeitig wurde deutlich: Für den ganz großen Wurf fehlt noch etwas.
Offseason
John Collins kam von den Clippers und soll mit Athletik, Scoring und Shooting für zusätzliche Optionen neben Cade Cunningham sorgen. Mit Isaiah Joe, Gary Harris und Taurean Prince wurde zudem mehr Erfahrung und Gefahr von außen in den Kader geholt.
Tobias Harris, der in der vergangenen Saison noch eine wichtige Rolle spielte, verließ Detroit in Richtung San Antonio. Und auch Caris LeVert und Isaiah Stewart gehören nicht mehr zum Team.
Im Draft wurde an 17. Stelle Ebuka Okorie ausgewählt. Der Guard könnte langfristig eine weitere offensive Option werden.
So geräuschlos diese Personalien gehandhabt wurden, so problematisch gestaltete sich die Verlängerung von Jalen Duren. Vor dem Sommer schien es so, als ob all das eine Formalie sei – mittlerweile kann man vom größten Theater der Offseason sprechen.

Schlüsselspieler
Der wichtigste Mann bleibt natürlich Cade Cunningham. Der 25-Jährige ist der Motor der Pistons und muss beweisen, dass er auch in den entscheidenden Playoff-Spielen ein Team auf höchstem Niveau tragen kann.
Jalen Duren wird mit seinem Rebounding und dessen Physis ebenfalls entscheidend sein – muss defensiv aber noch konstanter werden. Spannend: Nach dem Theater im Sommer sollte der 23-Jährige nun liefern – v.a. in den Playoffs, wo sein Einfluss kaum noch spürbar war.
Mein Player-to-Watch ist allerdings Ausar Thompson. Seine Defense ist bereits auf hohem Niveau – offensiv bleibt er dagegen ein großes Fragezeichen. Entwickelt sich sein Wurf und wird er als Scorer zuverlässiger, könnte er für Detroit den entscheidenden Unterschied machen.
Blick nach vorn
Der größte Schlüssel wird die Balance zwischen Defense und Offense sein. Die Pistons waren vergangene Saison defensiv eines der besten Teams der Liga, während die Offensive deutlich weniger dominant war. Cunningham darf deshalb nicht der einzige Spieler sein, der in engen Spielen für Punkte und Kreativität sorgt. Genau hier sollen Collins und die neuen Shooter helfen.
Der X-Faktor ist definitiv das Shooting. Wenn Detroit zusätzlich zur starken Defense konstant von außen trifft, wird die Mannschaft deutlich schwerer auszurechnen.
Fazit
Die Detroit Pistons sind keine Überraschung mehr: 60 Siege, Platz eins im Osten und der Einzug ins Conference-Semifinal haben die Erwartungen verändert. Der Kern um Cunningham, Duren und Thompson ist jung und besitzt enormes Potenzial – gleichzeitig wurde der Kader gezielt mit Erfahrung und Shooting ergänzt, verlor aber auch an Größe. Jetzt muss Detroit beweisen, dass die vergangene Saison kein Ausreißer war.
