…von Patrick (Bluesky)
Rückblick
Die Basketballer aus Mile High gingen mit hohen Erwartungen in die vergangene Spielzeit. Verletzungspech bei nahezu allen wichtigen Akteuren warf Denver zurück. Obwohl die Starting-Five nur 23 Spiele gemeinsam auf dem Hartholz stand, war Denver das beste Offensivteam der NBA und kam mit 12 Siegen in Folge am Ende der Regular-Season auf Platz 3 im Westen rechtzeitig ins Rollen. Denkste! In der ersten Playoff-Runde traf Denver auf ihr Kryptonit: die Minnesota Timberwolves. Trotz diverser Verletzungen auf Seiten der Wölfe sahen die Nuggets defensiv kein Land und schieden mit 2-4 aus.
Offseason
Parallel zur Vorsaison ging Denver ins Retooling, diesmal unter einem strikten Spardiktat als einzige NBA-Franchise über dem Second-Apron. Umso schmerzlicher war der Verlust von Peyton Watson mit seinen eigentlich dringend benötigten Two-Way-Qualitäten. Zudem verließen u.a. Tim Hardaway Jr., Jonas Valančiūnas und Bruce Brown die Mile High City. Neu dabei sind v.a. DeMar DeRozan als Scorer bzw. Sixth-Man und der amtierende EuroLeague-DPOY Alpha Diallo für die Defense. Dazu kommen Marvin Bagley III, Tyus Jones und Rückkehrer Spencer Jones sowie die Rookies Trevon Brazile (#36 via Spurs) und Bryce Hopkins (#49).
Außerdem dürfen sich bekannte Gesichter via Two-Way- oder Kurzzeit-Vertrag empfehlen, wie Cam Whitmore, Ryan Nembhard oder Lonnie Walker IV.

Schlüsselspieler
MVP-Daueranwärter Nikola Jokić und ein Jamal Murray auf All-NBA-Niveau bieten eine extrem hohe Baseline. Entscheidend wird sein, dass die Wings um Aaron Gordon, Christian Braun und Cameron Johnson gesund bleiben und möglichst viele Reps mit Jokić und Murray bekommen. Besonders bei Christian Braun darf man gespannt sein, ob er seine Vertragsverlängerung rechtfertigt, nachdem er zuletzt eher stagnierte. Zudem stellt sich die Frage, ob Denver von Diallos Defensivqualitäten profitieren kann.
Blick nach vorn
Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die offensiv elitäre Staring-Five sucht ligaweit ihresgleichen. Coach David Adelman konnte die zwei größten Probleme bisher jedoch nicht lösen: 1. Offensivstärke mit einer playoff-tauglichen Defense auszutarieren. Mit Platz 21 im Defensivrating lagen die Nuggets letzte Saison nur im unteren Mittelfeld. Diese Aufgabe soll Ex-Sacramento- und -Memphis-Coach Dave Joerger lösen. 2. Für einen tiefen Playoff-Run muss die Bank mit Spezialisten besetzt sein, wie die NBA-Champs der letzten Jahre beweisen. Diese Tiefe fehlt dem Roster weiterhin – hat sich sogar verschlechtert, um das mittlerweile traditionelle Problem der Minuten ohne Jokić auf dem Court abzufedern.
Fazit
Im Hauen und Stechen der Western-Conference ist Denver kein klarer Titel-Contender, mischt aber trotz mangelnder Tiefe weiter oben mit – hinter den Spurs und Thunder natürlich. Ziel sollten ca. 50+ Siege und Heimvorteil in den Playoffs sein. Die offensive Identität steht – Denver dürfte erneut offensive Highlights en masse produzieren. Das größte Fragezeichen mit Blick auf die Playoffs steht hinter der Defense. Ein erneut frühes Ausscheiden wäre eine Enttäuschung. Dann stünde zur Disposition, ob man Nikola Jokić in seiner Prime trotz seiner Liebesbekundungen an die Mile High City noch halten kann.
