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Kurz-Preview: Knicks

…von David (Bluesky)

Rückblick
Mike Brown übernahm für den trotz des Erreichens der Conference-Finals geschassten Tom Thibodeau das Traineramt und durfte die Knicks durch eine wechselhafte Saison navigieren, die auf Platz 3 im Osten mit 53-29 abgeschlossen wurde. Auf Höhepunkte wie den Run zum erstmaligen Gewinn des NBA-Cups (vs. Spurs) folgten lustlose Phasen, in denen die Mannschaft nicht titelreif aussah.

Die Schwarzmaler sahen sich nach dem 1-2 in der Erstrundenserie gegen Atlanta schon bestätigt – da legten die Knicks einen historischen Lauf von 15-1 hin. Nacheinander wurden Philly und Cleveland aus den Playoffs gefegt – garniert mit Klatschen, Comeback-Wins und einer Punktedifferenz von 14.9 über die gesamten Playoffs hinweg.
In den Finals kam es zum ´99er Rematch mit San Antonio, die trotz später Führungen in allen Spielen 1-4 gegen NY den Kürzeren zogen. Die Knickerbockers holten die seit Generationen (53 Jahre) herbeigesehnte Championship in den Big Apple und komplettierten als erste NBA-Franchise das Double.

Offseason
In die ausufernden Feierlichkeiten hinein stutzte Besitzer James Dolan seine Beliebtheitswerte auf das Normalmaß von streikenden Müllmännern oder Genitalkrätze zurück indem er verkündete, es sei „suizidal“ als Team über die Second-Apron zu gehen. Folgerichtig wurde der dienstälteste Knick Mitchell Robinson gen Boston ziehen gelassen und Ariel Hukporti ging zu den Sixers. Das entstandene Loch auf der Centerposition ist mit Veteran Andre Drummond nur notdürftig gestopft – dort wird über die Saison wahrscheinlich noch nachgebessert. Immerhin verlängerten mit Landry Shamet und José Alvarado zwei Bankhelden zu teamfreundlichen Konditionen. So bleibt die Rotation des Meisters abgesehen von der „5“ intakt.

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In der zweiten Runde der Draft sicherte man sich noch die Rechte am deutschen Aufbauspieler Jack Kayil, der aber erstmal bei ALBA Berlin bleiben wird.
Im Training-Camp werden sich noch einige etablierte Namen um die letzten Kaderplätze bewerben – eine Strategie die letzte Saison Shamet ins Team gebracht hat.

Schlüsselspieler
Die vormals oft kritisierte erste Fünf genießt nun Legendenstatus und geht unangetastet in die Titelverteidigung. Vom „King of New York“ Brunson, der in den erweiterten MVP-Kreis aufgestiegen ist, werden wieder Wunderdinge in der Crunchtime erwartet. Das Flügeltrio Hart/Bridges/Anunoby legt defensiv Handschellen an und scort vorne nach Bedarf.

Für mich fraglich ist einzig, ob die in den Playoffs erfolgte „Erleuchtung“ von Karl-Anthony Towns, dessen Extension auf sich warten lässt, auf Dauer Bestand hat und wie die Veteranen die langen Playoffruns der letzten Jahre körperlich wegstecken.

Blick nach vorn
Können die Blauorangenen den Spirit des Meisterteams bewahren und wie gehabt „the right way“ spielen oder bewahrheitet sich Pat Rileys Theorie von der „desease of more“? Wenn auch mit Ring am Finger alle bereit sind, ihr Ego hinten anzustellen, könnten die Knicks den Trend der letzten Jahre umkehren und als Meister sogar mehr Spiele gewinnen als im Vorjahr – die Schallmauer von 55 Siege wurde seit 1996/97 nicht mehr von ihnen durchbrochen. Im plötzlich harten Osten sind einfache Siege aber rarer geworden und mehr als eine Handvoll Teams macht sich Hoffnungen auf die Finals. Der Weg dorthin wird aber nur über die Knicks gehen – sind sie im Frühjahr gesund gibt es kein härteres Out an der Ostküste.

Fazit
Ohne die Meisterschaft stünde hier wahrscheinlich die Erzählung von der letzten großen Challenge des Lebron James. Nach „Knicks in five“ ist das Lächeln in den Gesichtern der Fans fest betoniert, unabhängig davon wie die Titelverteidigung verläuft. Die jüngere NBA-Geschichte und die Kaderstruktur lassen keine Utopien von einer neuen Dynastie zu und Märchenenden gibt es nicht im Sammelpack aber das Herz eines Champions schlägt bei diesem Team besonders laut und kraftvoll.

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