…von Carsten (Bluesky)
Rückblick
Die letzte Saison der Mavericks bot wenig Überraschungen – weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Dennoch gibt es zwei Dinge hervorzuheben. In erster Linie der Trade von Anthony Davis im Laufe der Saison. Der war richtig und wichtig, da der Tenor sein muss: Rebuild um Cooper Flagg. Dieser wäre aufgrund von Alter und Gehaltsstruktur mit AD nicht möglich gewesen. Das zweite war der Award für Flagg als Rookie-of-the-Year. Es ist schön zu sehen, dass Flaggs Potential und die Hoffnung der Mavs bestätigt werden konnten.
Sportlich schaffte man die Playoffs nicht, was aber auch keiner erwartet hatte. Gelegentlich liebäugelte man mit dem PlayIn, ja, wenn dann AD fit geblieben wäre. Alles in allem hatte die Saison der Mavs wenig Spannendes.
Offseason
Spannender war hingegen die Offseason. Erst präsentierten die Mavs in Masai Ujiri ihren neuen starken Mann im Front-Office und nach dem AD-Trade war es auch nur folgerichtig, Headcoach Jason Kidd zu entlassen. Dieser war so oder so eher umstritten in dem, wie er das Team führte und die Spieler einsetzte. Es kommt Dusty May. Er ist ein sehr interessanter Coach für die Mavs – über ihn alleine könnte man die eine oder andere Seite füllen.
In Kürze: Es ist Mays erster Headcoach-Job in der NBA nachdem er zuletzt mit Michigan die NCAA gewonnen hat. Er wird als jemand beschrieben, der gern große sowie flexible LineUps spielt und in der Defense viel switchen lässt. Das kommt dem Kader der Mavs sehr entgegen.
Für den holte man mit Santi Aldama und Zaccharie Risacher zwei moderne BigMen sowie Morez Johnsen via Draft – der gewann zusammen mit May die NCAA.

Bei den Abgängen sei nur Klay Thompson zu erwähnen. Dieser spielte wenig konstant und wirkte ein wenig fremd nach den Abgängen von Luka Dončić und AD später. Er wurde freigestellt und schloss sich den Miami Heat an.
Schlüsselspieler
Natürlich ist hier Cooper Flagg als Franchise-Spieler zu nennen. Wichtig für die Rotation ist aber auch Rückkehrer Dereck Lively mit seiner Länge, Flexibilität und potenziellem Dreier-Shooting.
Kyrie Irving hingegen ist ein großes Fragezeichen. Berichten zufolge wird er fit in die Saison gehen – allerdings ist es schwierig abzuschätzen, wie er nach seinem Kreuzbandriss zurückkommt. Es bleibt abzuwarten, ob er an vergangene Offensiv-Leistungen anknüpfen kann – aber das muss er evtl. auch gar nicht, da eher sein Playmaking und die Leadership als das Scoring gebraucht wird.
Mit Aldama komplettiert man eine starke Achse. Der Spanier ist ein moderner Big-Man im noch jungen Alter, der nahezu alles mitbringt und der sogar von Dirk Nowitzki gelobt wurde. Aber auch er kommt von einer Verletzung zurück.
Blick nach vorn
Kommende Saison steht natürlich mit all den Änderungen noch weiter unter dem Motto Rebuild – vor allem mit Blick auf den neuen Headcoach. Der hochtalentierte junge Kern um Flagg, Risacher, Lively, Christie und Aldama (auch wenn der “schon” 26 ist) wird durch starke Rollenspieler und einem zukünftigen Hall-of-Famer ergänzt.
Was allerdings auffällt, ist ein Ungleichgewicht: Viel Länge und wenig Playmaking im Kader. Neben Flagg und Irving ist da lediglich Max Christie, der das punktuell übernehmen kann – gefolgt von Marcus Sasser und Rookie Sergio de Larrea.
Fazit
Ich lehne mich ein wenig aus dem Fenster und sage sowohl mit Fan-Brille als auch rationalem Blick: Das war eine sehr positive Offseason in Dallas. Man hat die richtigen Entscheidungen getroffen und sehr sinnvolle Spieler verpflichtet. Dazu kommt ein neuer Headcoach, der perfekt zu passen scheint.
Vielleicht erreicht man das PlayIn, ärgert ein wenig spätere Playoff-Teams und legt so einen Grundstein für die nächsten Spielzeiten. Vielleicht. Vornehmlich geht es aber darum, die unruhigen letzten Jahre hinter sich zu lassen und eine Struktur zu etablieren, in der sich alle Protagonisten wohl fühlen – auch, um als attraktive Franchise weiteres Talent ins Team zu holen, das mit Star-Forward Flagg wieder Winning-Basketball garantiert.
