…von Kevin (Bluesky)
Rückblick
20 Siege und 62 Niederlagen – die vergangene Saison war für die Brooklyn Nets vor allem eines: ein weiteres Jahr im Rebuild. Das junge Team von Headcoach Jordi Fernández belegte Platz 13 im Osten und stellte mit einer Offensive von nur 108.7 Punkten pro 100 Possessions die schwächste Offense der NBA. Trotz der ernüchternden Bilanz lag der Fokus weniger auf kurzfristigem Erfolg als auf der Entwicklung des jungen Kerns.
Spieler wie Egor Dëmin, Noah Clowney und Nolan Traoré sammelten wichtige NBA-Erfahrung. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es den Nets weiterhin an offensiver Qualität, Creation und vor allem Konstanz fehlt. Die Saison war damit weniger ein Rückschritt als vielmehr ein weiterer Schritt auf einem langen Weg zurück in die Relevanz.
Offseason
Wie bereits im Vorjahr mussten die Nets zum Start der Offseason einen Dämpfer in der Draft-Lottery hinnehmen. Statt des erhofften Top-3-Picks fiel man auf Position sechs. Im Fanlager machte sich Ernüchterung breit und viele Stimmen forderten einen Trade in die Top 4. Doch wie schon im Vorjahr behielten die Nets ihren Pick und wählten schließlich Point-Guard Mikel Brown Jr. aus Louisville.
Mit Joshua Jefferson und Tyler Bilodeau kamen zwei weitere junge Talente hinzu. Doch nur ein junger Kern bringt ein Team nicht automatisch voran. Bereits vor dem Draft konnten die Nets daher für Julius Randle traden. Gemeinsam mit Michael Porter Jr. soll der erfahrene Forward nun dabei helfen, die Entwicklung der jungen Spieler voranzutreiben. Zudem verlängerte Brooklyn die Verträge von Day’Ron Sharpe und Josh Minott. Mit Keon Ellis und unserem deutschen Neuzugang Moritz Wagner kamen zwei weitere Spieler als FreeAgents hinzu.

Schlüsselspieler
Im Mittelpunkt steht definitiv das neu gebildete Backcourt-Duo aus Mikel Brown Jr. und Egor Dëmin. Beide zeigten bereits in der Summer-League, dass sie sowohl auf als auch neben dem Platz gut harmonieren. Nun gilt es, diese Verbindung auch in den kommenden Monaten auf NBA-Parkett zu bestätigen. Vor allem Dëmin muss nach einer eher zurückhaltenden Rookie-Saison einen Schritt nach vorn machen, um sich langfristig als Gesicht der Nets zu etablieren.
Dazu kommen mit Julius Randle und Michael Porter Jr. zwei erfahrene Spieler. Randle bringt bereits Rebuild-Erfahrung mit und hat wiederholt gezeigt, dass er zumindest in der Regular-Season eine wichtige offensive Rolle übernehmen kann. Porter Jr. geht dagegen in sein letztes Vertragsjahr und spielt damit auch um seine NBA-Zukunft in Form eines neuen Vertrages.
Blick nach vorn
Der Fokus dieser Saison kann nicht ausschließlich auf der Entwicklung der jungen Spieler liegen. Zum einen besitzen die Nets im kommenden Draft nicht die Hoheit über ihren eigenen Pick, da dieser bei den Houston Rockets liegt. Zum anderen sorgen Veränderungen an der Draft-Lottery für zusätzliche Unwägbarkeiten.
Damit kommt es auch auf Jordi Fernández an, die richtige Balance zwischen der Weiterentwicklung des jungen Kerns und dem tatsächlichen Gewinnen von NBA-Spielen zu finden. Noch lässt sich schwer abschätzen, was die Nets-Fans in dieser Saison erwartet. Die Vorfreude steigt jedoch mit jedem Tag, bis Mikel Brown Jr. erstmals im Nets-Trikot auf dem NBA-Parkett stehen wird.
Fazit
Der Weg der Nets ist klar: Den jungen Kern weiterentwickeln und ihn mit erfahrenen Spielern unterstützen. Auch kommende Saison – eine Jubiläumssaison („60 Season of Nets Hoops“) – wird daher Geduld gefragt sein.
Es ist durchaus damit zu rechnen, dass Brooklyn erneut zu den schlechtesten fünf Teams der Liga gehören könnte. Spannend wird vor allem die Frage, welche jungen Spieler sich unter Jordi Fernández dauerhaft einen Platz in der Rotation erarbeiten können – und wer am Ende den nächsten Schritt noch nicht schafft.
