…von Sebastian (Bluesky)
Rückblick
Die Vorsaison des Teams aus Florida kam einer Achterbahnfahrt gleich. Nachdem man sein Draft-Tafelsilber für Desmond Bane eintauschte, was gemeinhin als All-In-Move interpretiert wurde, waren die Erwartungen zu Saisonbeginn hoch. Eine Regular-Season später stand aber letztlich nur ein ernüchternder achter Platz im Osten zu Buche. Die Post-Season verlief ähnlich erratisch: Nachdem man im ersten PlayIn-Game gegen die 76ers chancen- und saftlos blieb, riss das Team von Coach Jamahl Mosley plötzlich das Ruder herum. Nicht nur ballerte man die Hornets im entscheidenden PlayIn-Game um den finalen Playoff-Platz aus eigener Halle, sondern man war nur einen Sieg gegen Top-Seed Detroit entfernt, in die Semis im Osten einzuziehen. Dann ging die Serie doch noch in sieben Spielen verloren und die Enttäuschung über die verpasste Chance überwog die Erkenntnis, dass man im Osten mit den besten Teams mithalten kann.
Offseason
Das erneute Ausscheiden in der ersten Playoff-Runde hatte die Entlassung von Coach Mosley und dem Coaching-Staff zur Folge. Bereits während der Saison hatte es im Team immer wieder rumort; den Grund für die schlechte Bilanz, die mittelmäßige Offense und die (im Vergleich zu den Vorjahren) nicht mehr elitäre Defense beim Coach gesucht. Nun darf Ex-Spurs Defense-Mastermind Sean Sweeney seinen ersten Headcoachposten bekleiden.
Der Wechsel von Sweeney könnte als die wichtigste Personalie der Offseason gesehen werden, denn beim spielenden Personal hat sich wenig getan.
Man trennte sich lediglich von den Bankspielern Moritz Wagner sowie Jonathan Isaac und ersetzte sie durch Veteran-Big Nikola Vučević und Second-Round-Pick Izaiyah Nelson…und Jonathan Isaac, der zum Mininum zurückkehrte.

Schlüsselspieler
Das Hauptproblem der Magic ist seit Jahren die schlecht ausbalancierte Offensive. Ihre drei Schlüsselspieler – die Forwards Paolo Banchero und Franz Wagner sowie Guard Desmond Bane – sind am effektivsten durch den Drive in die Zone. Das zeigt auch der ligaweit höchste Wert an gepfiffenen Freiwürfen für die Magic. Alle drei nehmen vergleichsweise wenige Dreier, die sie – mit Ausnahme von Bane – auch noch schlecht treffen. Das machte die Magischen für gegnerische Defenses leider ziemlich berechenbar. Die Augen werden insbesondere auf Paolo Banchero und seine weitere Entwicklung gerichtet sein. Auch wenn er hin und wieder brilliante Offensivperformances aufs Parkett zaubern kann und zu den vielseitigsten Spielern der Liga gehört, so ist er zugleich einer der ineffektiveren Franchisespielern mit einer effektiven Fieldgoal-Percentage, die lediglich im 43. Perzentil liegt. Sorge bereitet auch seine Dreierquote, die zuletzt nur noch knapp über 30.0% lag.
Blick nach vorn
Coach Sweeney wird den Magic und seinem Star-Trio ein neues Offensivsystem auf den Leib schneidern und weggehen von dem isolationslastigen Spiel der vergangenen Saisons; es beschleunigen und weniger ausrechenbar machen. Das Personal dafür ist vorhanden, wenn es denn gesund bleibt. Auch defensiv könnte der Coaching-Staff den Magic neues Leben einhauchen, denn defensivstärkere Spieler wie Jalen Suggs, Anthony Black, Franz Wagner oder gar Center Wendell Carter Jr., der Jalen Duren in der 1. Playoffrunde überraschenderweise komplett abmeldete, können die Schwachpunkte im Defensivgefüge wie Bane und Vučević kompensieren.
Fazit
Der Wechsel des Coaching-Staff könnte dem Team die Impulse geben, die es gebraucht hat. Greift das System von Coach Sweeney, können die Magic die 1. Playoffrunde knacken – greift es nicht, wird der Kern um Banchero, Wagner und Bane noch im Winter geknackt werden.
