…von David (Bluesky)
Rückblick
Geprägt von Verletzungssorgen des Kreativtrios schloss das Team die Saison als Vierter im Westen mit einer Bilanz von 53-29 ab und hatte somit zum ersten Mal seit Kobe/Gasol zwei aufeinanderfolgende Spielzeiten mit 50+ Siegen. In den Playoffs hiefte LeBron James die Lakers fast im Alleingang gegen die Rockets (4-2) in Runde 2 – dort setzte es ohne den weiterhin verletzten Luka Dončić einen Sweep gegen die Oklahoma City Thunder.
Offseason
Das Ende der Lebron-Ära nach acht Jahren hatte sich lange angekündigt – im Sommer wurde der Umbau zu einem auf Luka zugeschnittenen Team schließlich vollzogen. Für Walker Kessler griff man gleich doppelt tief in die Tasche: Neben dem Vertrag selbst ($130 Millionen, 4 Jahre) waren zwei Firstrounder sowie zwei Pickswaps für die Jazz fällig. Auch mit Austin Reaves wurde verlängert ($185 Millionen, 4 Jahre) und mit Grimes/Mamukelashvili/Thybulle/Sexton/Hardy/Williams/Looney die Rollenspielergarde ausgetauscht. Zudem wurde Cameron Carr mit dem 24. Pick der Draft gewählt.

Über allem schwebt der plötzliche Verkauf der Franchise zum Rekordpreis von $12.5 Milliarden inklusive Drama in der Buss-Familie.
Schlüsselspieler
Nun ist Dončić auch in L.A. unumstritten Alpha und Omega – mit ihm entscheidet sich auf dem Court das Schicksal von Purple&Gold. Bleibt er von Malaisen verschont, wird er wieder Zahlen auflegen, die eines MVP würdig sind. Mit dem Minicamp in Slowenien hat er seinen Führungsanspruch untermauert und die Basis für ein schnelles Zusammenwachsen der auf Links gedrehten Truppe gelegt.
Die große Unbekannte ist Kessler, der vorne als Pick&Roll-Partner von Luka beständig einfache Punkte generieren und hinten die Fehler seiner defensiv weniger gesegneten Mitspieler ausbügeln soll. Viel verlangt von einem, der relevanten NBA-Basketball bisher nur aus dem TV kennt. Auf Quentin Grimes kommt als Point-of-Attack-Defender ebenso einiges zu – die Frage, ob er Konstanz in sein Spiel bringen kann, muss erst noch beantwortet werden.
Blick nach vorn
Schon letzte Saison lieferte das Duo Dončić-Reaves gute Werte (+11.6 Net) – die Anwesenheit eines echten Big-Man wird beiden das Leben etwas einfacher machen. Dies gilt auch für Headcoach JJ Redick, der wohl seltener auf Gimmick-LineUps zurückgreifen muss. Trotzdem bleibt die Defensive die Achillesferse der Lakers – Mittelmaß hier dürfte schon als Erfolg verbucht werden.
Falls die mit langfristig laufenden Verträgen ausgestatteten Neuverpflichtungen nicht zünden wie erwartet, hat GM Rob Pelinka kaum Draftkapital zur Verfügung, um noch einmal nachzuladen.
Ich sehe die „Snowtime Lakers“ als sicheren Playoff-Kandidaten, bei optimalem Saisonverlauf sogar mit Heimrecht in Runde 1. Um den beiden Schwergewichten der Conference aus San Antonio und Oklahoma City Paroli bieten zu können, fehlt es in der Tiefe an Qualität.
Fazit
In Lakerland wird es nie langweilig – aber so viel Veränderung wie diesen Sommer gab es selten. Pelinka hat für den Umbau viel Kohle rausgehauen, aber nur bei überdurchschnittlicher Entwicklung aller Neuzugänge und ganz viel Luka-Magic ist ein Status als echter Contender realisierbar.
Wie sehr die Transition vom Familienbetrieb Buss zum Spekulationsobjekt auf das Team abfärbt, steht in den Sternen. Wollen die neuen Besitzer Bob Iger und Joshua Kushner eine neue Ära in L.A. prägen oder ist DIE Traditionsfranchise im Westen ein Asset im Monopoly der Milliardäre? Gibt es rechtliche Konsequenzen für Verkäufer Mark Walter ist das Chaos komplett.
Das eint die Lakers mit dem anderen Team in der Stadt der Engel, die Aussichten sind allerdings deutlich rosiger.
