…von Michael (Instagram)
Avengers, assemble! Ein satirisch-euphorischer Blick auf die Rückkehr eines Imperiums – zwischen Cheat-Codes und dem vielleicht unvermeidbaren Titelgewinn.
Rückblick
San Antonio, Frühjahr 2026: Wer glaubte, dass man in Texas nach Tim Duncan erst einmal zwei Jahrzehnte Buße tun müsste, hat die Rechnung ohne das Alien gemacht. Die längste Durststrecke ohne Playoffs der Franchise-Geschichte endete nicht mit einem leisen Anklopfen, sondern mit einem Paukenschlag: 62 Siege, 20 Niederlagen, +8.3 Net-Rating – jeweils Platz zwei der NBA und schlappe 28 Siege mehr als im Jahr zuvor.
Die Belohnung? Ein direkter Durchmarsch in die Finals, wo letztlich nur die knallharten Knicks aus dem Betondschungel New Yorks die Party crashten. Wie das passieren konnte? Das Team hat einfach geklickt. Victor Wembanyama sackte völlig humorlos seinen ersten DPOY ein – seltener fühlte sich ein Award mehr nach „Gesetz der Natur“ an. Offensiv näherte er sich der Perfektion, auch wenn ihm der eine unaufhaltsame Signatur-Move noch fehlt.
Dahinter explodierten die Youngster: Stephon Castle und vor allem Dylan Harper spielten groß auf. Harpers Verkaufsargument vor der Draft war pure, rohe Rim-Pressure – und genau die hat er eins zu eins in die NBA übertragen. Der Junge attackiert den Korb mit der Entschlossenheit von Captain America im Nahkampf.
Offseason
Nach einem Finals-Run drehen die meisten Front-Offices durch und traden ihre halbe Zukunft für den nächsten alternden Star. Die Spurs? Machen natürlich wieder Spurs-Sachen. Keine Panik-Moves, sondern inneres Wachstum mit der stoischen Gelassenheit von Nick Fury.
In der Free-Agency stieß lediglich Veteran Tobias Harris dazu. Klingt unspektakulär, ist aber die perfekte Ergänzung: Als vierte oder fünfte Scoring-Option tut er niemandem weh und kann den Spurs in den Playoffs trotzdem mal ein Spiel im Alleingang klauen.

Im Draft ging San Antonio dafür ein faszinierendes Wagnis ein: Mit dem einstigen 5-Star-Recruit Jayden Quaintance holten sie sich ein defensives Urviech, das an der Seite von Wemby irgendwann für die gesamte Liga zum Schreckgespenst werden könnte. Der Haken? Quaintances Krankenakte liest sich derzeit wie ein Notaufnahme-Protokoll, womit er seine Rookie-Saison wohl komplett von der Bank aus beobachten darf.
Schlüsselspieler
Die Hauptlast tragen dieselben Köpfe wie im Vorjahr – angeführt vom vielleicht besten Basketballer unseres Planeten: Victor Wembanyama. Nach DPOY folgt nun die unvermeidliche MVP-Kampagne. Holt er beides in einem Jahr, betritt er historischen Boden, auf dem zuletzt Giannis und Hakeem wandelten.
Spannend wird dabei die Imagefrage: Wird Victor zu Thor, dem glänzenden Heilsbringer der Liga? Oder schlüpft er in die Rolle von Loki – dem düsteren Vigilanten, dem die gegnerischen Fans nach den hitzigen Playoffs ein Dirty-Image andichten wollen? Wie auch immer: Ein unaufhaltsamer Go-To-Move fehlt ihm noch, dann ist die Transformation zum unbezwingbaren Titanen komplett.
Flankiert wird er von seiner Leibgarde: Castle, Harper und De’Aaron Fox. Gerade Harper könnte als Sophomore direkt in die Top 30 der Liga vorstoßen. Seine Rim-Pressure bleibt elitär, defensiv beißt er wie eine Klette – fällt jetzt noch der Dreier konstant, brennt der Flügel. Fox wiederum sorgt mit einer bärenstarken Turnover-Rate von rund 10 Prozent dafür, dass das Ganze nicht ins Chaos abdriftet.
Blick nach vorn
Was passiert, wenn ein blutjunger Kader nach 62 Siegen noch besser wird? Durch die neue Lottery-Reform will niemand mehr freiwillig tanken; geschenkte Abende gibt es im Westen schlichtweg nicht mehr. 60 Siege sind das neue Maß aller Dinge.
Ein kleiner Rückschritt bei der reinen Siegesausbeute ist trotz wachsender Qualität völlig normal. Defensiv werden gegnerische Guards trotzdem wieder mit zittrigen Knien in die Zone ziehen und im Zweifel lieber aus 9 Metern abdrücken, als Wembys Armen zu begegnen.
Fazit
Die Spurs bleiben sich treu. Keine überhasteten Blockbuster-Trades, kein Hollywood-Zirkus – pure Identität und Vertrauen in die eigene Zucht. Wenn eine Franchise der Welt diesen Luxus besitzt, dann San Antonio.
Meine Prognose? 58 Siege und damit Ligaspitze, MVP und DPOY für Wembanyama, eine All-NBA-Nominierung für Harper und am Ende die Larry O’Brien Trophy in Texas. Klingt nach Superhelden-Comic? Vielleicht. Aber das Drehbuch dafür ist längst geschrieben.
