…von Marcel (Bluesky)
Rückblick
Es ist noch nicht so lange her, da sah die Zukunft in Tennessee ziemlich rosig aus: Ja Morant, Jaren Jackson Jr., Desmond Bane oder auch Brandon Clarke bildeten einen vielversprechenden Kern.
Und im Herbst 2026? Da ist keiner dieser talentierten Jungprofis mehr ein Grizzlie – und dass Clarke Ende letzter Saison sogar an einer Überdosis verstarb, rundete diesen dann doch unvollendeten Rebuild extrem tragisch ab.
So war der 13. Platz (25-57) im Westen schließlich nur noch die Randnotiz zu einer verletzungsgeplagten Saison, hinter der man gern einen Haken machte. Einziger Lichtblick war Rookie Cedric Coward, der sich mit 13.6 Punkten und 5.9 Rebounds pro Partie einen Platz im All-Rookie First Team erspielte.
Offseason
Folgerichtig blieb in Memphis kaum ein Stein auf dem anderen: Die einstigen Eckpfeiler des Teams wurden getradet – Ja Morant nach Portland und Jaren Jackson Jr. wechselt bereits Anfang Februar an den Salzsee. Zudem verließ Santi Aldama Memphis ebenfalls per Trade.
Dafür begrüßt das Trainerteam um Headcoach Tuomas Iisalo und dessen neuen Assistenten Julius Thomas aus Deutschland u.a. Jerami Grant, Isaiah Stewart, Kris Murray sowie Jordan Hawkins zum Saisonauftakt. Und auch Quinten Post entschied sich für das Abendteuer Memphis.

Der prominenteste Zugang kam jedoch via Draft: An dritter Stelle sicherten sich Zach Kleiman & Co. den 2.06m großen Duke-Forward Cameron Boozer.
Schlüsselspieler
Ebenjener Neuling wird mit seinem Offensivpotenzial sofort im Mittelpunkt stehen: Dem 19-Jährigen wird eine Menge Basketball-IQ zugeschrieben – so wird er neben variablem Scoring auch wichtiges Playmaking einbringen.
Flankiert wird der Top-Rookie von einer Menge Potenzial, namentlich Cedric Coward, Zach Edey, Jaylen Wells, Scotty Pippen Jr. oder Ty Jerome – Spieler, die ihr Können nicht nur einmal angedeutet haben, leider aber nie über einen längeren Zeitraum: Zu schwankend die Leistungen oder schlichtweg zu oft verletzt. Das trifft v.a. auf Edey zu. Bleibt der 2.21m große Center gesund, sehen wir in Memphis einen äußerst spannenden Frontcourt der Zukunft.
Blick nach vorn
Die Grizzlies stehen vor einem Neustart – wieder einmal. Und was machen junge Teams in solch einer Phase? Korrekt: Kein Winning-Basketball spielen. Aber darum wird es den Verantwortlichen auch nicht gehen. Entscheidend ist vielmehr, dass sich aus der Ansammlung vielversprechender Profis eine Mannschaft herausbildet, die im Sinne von Iisalo funktioniert und mit der sich die Fans wieder identifizieren können.
Dabei schreit es noch nach weiteren Veränderungen im Team – so ist nicht ausgeschlossen, dass beispielsweise ein Veteran wie Jerami Grant die Saison nicht in Memphis beendet.
Fazit
Die Grizzlies starten in die neue Saison mit einem deutlich veränderten Gesicht. Und das ist auch gut so. Klar, Morant hat Talent und sorgte für einen gewissen Glamour-Faktor – gleichzeitig aber auch für Unruhe und immer mehr Fragezeichen, was seine Entwicklung betraf.
Ohne ihn und Triple-J hat Headcoach Iisalo nun ein Team ohne Vorgeschichte zusammen – ein Team, das er entwickeln und dem er eine eigene Identität geben kann. Und genau das steht über dieser Offseason in Tennessee: Eine neue Identität. Check!
