…von Maximilian (Bluesky)
O Canada! Deine verlorenen Söhne sind zurückgekehrt. Während der eine für die Ewigkeit geehrt wird, will der andere seine stark angekratzte Legacy zurechtrücken. Na dann schauen wir doch mal, was wir im 6ix erwarten können!
Rückblick
Eine 9er Winning-Streak im November, ein DPOY-Level Franchise-Star und der größte Scoring-Run seit Beginn der Aufzeichnung mit einem 31:0-Lauf gegen Orlando waren die größten Highlights der Regular-Season. Man ist in einem engen Rennen um die Playoff-Plätze Fünfter geworden (46-36) und so kam es, dass das Team zum ersten Mal unter Darko Rajakovic ins gelobte Land kam. Wer wartete als Vierter auf die Raptors? Cleveland. Immer wieder Cleveland. Dazu fehlten mit Immanuel Quickley und Jakob Poeltl zwei Starter – ab Spiel 5 fehlte auch noch Brandon Ingram. Auch wenn RJ Barrett mit einem Wunderwurf Marke Kawhi uns in Spiel 7 schickte, war spätestens dort das Aus besiegelt.
Aber: Scottie Barnes konnte zeigen, dass er nicht nur der beste Spieler eines Playoff-Teams sein kann, sondern auch der beste Spieler einer Serie, die Spieler wie James Harden, Donovan Mitchell und Evan Mobley beinhaltet. Rookie Collin Murray-Boyles zeigte nicht nur sein defensives Talent, sondern auch offensiv hat er sich immer weiter der Herausforderung angepasst – ein Star-in-the-making. Und die Entwicklung von RJ Barrett geht seit seiner Heimkehr in die richtige Richtung.

Offseason
Das Front-Office rund um Bobby Webster hat verstanden, dass es eine gute Gelegenheit ist, um All-In zu gehen. In jedem Tradegerücht wurden die Raptors zumindest genannt und tatsächlich kam auch ein großer Name an den Lake Ontario – dazu aber später. In der Draft hat man mit Allen Graves den Liebling der Analysten gezogen, der in der Summer-League gezeigt hat, dass er sofort eine Hilfe sein kann. Zudem wurde Big-12-Player-of-the-Year Jaden Bradley in der zweiten Runde vom Board genommen, wird aber voraussichtlich eher im Raptors 905-Team zu sehen sein. Sandro Mamukelashvili konnte man leider nicht halten – dafür hat man sich Kyle Anderson schnappen können.
Kommen wir jetzt zur Story der Offseason: Der Fun Guy ist nach Hause gekehrt. In einem Trade, der Gradey Dick und Brandon Ingram plus zwei Firstround-Picks, zwei Secondround-Picks und einen Firstround-Pick-Swap zu den Clippers schickt, kommt der Meistermacher von 2019 zurück an alte Wirkungsstätte – und verlängerte lukrativ für zwei weitere Jahre und $115 Millionen. Wenn Kawhi irgendwo seine beschädigte Legacy retten kann, dann in Toronto. Und in der Feel-Good-Story des Sommers wurde der wohl schönste One-Day-Contract in Franchisegeschichte unterschrieben:
Schlüsselspieler
Kawhi Leonard und Scottie Barnes können einen legitimen Case dafür machen, dass sie das beste Wing-Duo der Liga sein können. Barnes hat den Sprung gemacht, den sich jeder in Toronto erhofft hat. Und es ärgert mich bis heute, dass er nicht den All-NBA-Platz bekommen hat. Kawhi hat gezeigt, dass er doch noch nahezu eine volle Saison auf höchsten Niveau spielen kann (Karrierehöchstwert in Punkten mit 27.9 pro Spiel bei 50.5% aus dem Feld und einer Dreierquote von 38.7%) und hat es zurecht in ein All-NBA-Team geschafft. Das ist ein Fundament an Starqualität, das man seit 2019 nicht mehr hatte. Wenn Quickley und Poeltl nicht wieder so eine Seuchensaison haben, Barrett seine Form halten kann und sich CMB, Walter sowie Shead ihrer bisherigen Entwicklungskurve entsprechend weiterentwickeln, wird der…
Blick nach vorn
… ein sehr erfreulicher werden. Kawhi ist ein deutliches Upgrade zu Ingram – die Kunst wird es sein, alle verletzungsanfälligen Spieler so zu managen, dass sie zu den Playoffs fit sind. Wenn das Team klickt und gesund ist, ist nur der Himmel das Limit. Wenn es aber zu Verletzungen kommt – besonders bei Scottie oder Kawhi – wird ein frühes Aus schwer zu vermeiden sein. Mein persönlicher Wunsch wäre ja eine Zweitrundenserie gegen die Sixers, da steht es bisher 1:1. Und auch mit LeBron haben wir noch eine Rechnung offen. Vielleicht heißt es ja auch dann wieder:
Fazit
Man muss den Norden wieder auf der Rechnung haben. Nach dieser Offseason sind die Erwartungen in Toronto gestiegen, Runde 2 muss das Minimum sein, alles andere wäre enttäuschend. Die Defensive wird um die Top 3 der Liga mitspielen und offensiv hat man, wenn das geplante Play nicht zu einem hochprozentigen Wurf führt, einen effizienten Fun Guy mit der best-/schlechtesten Lache der NBA:
