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Kurz-Preview: Celtics

…von Justus (Bluesky)

Rückblick
Über zwei Jahre ist es her, dass die Celtics an der Spitze der NBA standen. Springt man einen Sommer weiter, war die Lage ungewiss: Ein auf unbestimmte Zeit verletzter Jayson Tatum und ein durch die Holiday- sowie Porzingis-Trades umstrukturierter Kader warfen die Frage auf, ob Boston nur ein Jahr nach der Meisterschaft in einen Neuaufbau gehen würde.
Es kam anders. Jaylen Brown spielte mit 28.7 Punkten, 6.9 Rebounds und 5.1 Assists die beste Saison seiner Karriere und wurde ins All-NBA Second-Team gewählt. Joe Mazzulla formte eine Mannschaft, die um jeden Ball kämpfte und trotz vermeintlich fehlender Größe zu den besseren Rebounding-Teams der Liga gehörte. Im März kehrte Tatum zurück und spielte fast so, als wäre er nie weg gewesen. Am Ende standen 56 Siege und Platz 2 im Osten, Brad Stevens wurde zum zweiten Mal Executive-of-the-Year.

Was in der Regular-Season mit Hustle und individueller Klasse funktionierte, fand in den Playoffs sein Ende. Tatum wurde vor Spiel 7 wegen Steifheit im linken Knie von Mazzulla sowie dem medizinischen Stab aus dem Kader genommen und Philadelphia gab nach 1:3-Rückstand nicht auf – ausgerechnet ein Team, das zuvor keine einzige von 18 solcher Serien gedreht hatte. Aus in Runde eins.

Offseason
So stand man nach einer zugleich erfolgreichen und enttäuschenden Saison da. Die Frage war, ob mit dieser Kaderstruktur noch eine Championship möglich sei. Für Brad Stevens war die Antwort offensichtlich „nein“: Am 01. Juli gab Boston mit Brown den besten Spieler der abgelaufenen Saison ab – für einen alternden Paul George, der die Celtics gerade erst in den Playoffs geschlagen hatte aber nicht für die Zukunft eines Teams steht.

Entsprechend groß war das Unverständnis in der Fanbase. Immerhin kamen Assets: der ungeschützte Erstrundenpick der Sixers für 2031 sowie ein 2028er Pick, der ursprünglich den Clippers gehört. Liegt dieser in den Top 16, wird daraus ein Swap-Recht mit dem besseren Pick aus Clippers und Sixers, andernfalls erhält Boston ihn direkt. Dazu kommen zwei Second-Rounder. Und: Boston liegt nun knapp unter der Luxury-Tax.
Sonst war man ebenfalls nicht untätig. Mit Mitchell Robinson verpflichtete man einen frischgebackenen Champion der Knicks (drei Jahre für $47.4 Millionen), dazu kam Veteran Mike Conley für ein Jahr. Neemias Queta und Jordan Walsh wurden verlängert, Ron Harper Jr. vom Two-Way-Vertrag fest ins Team geholt. Gedraftet wurden Chris Cenac Jr. an #27 und Dillon Mitchell an #40.

Schlüsselspieler
Das Team ist damit noch stärker auf Tatum zugeschnitten. Mit Derrick White, Payton Pritchard, George und der Center-Doppelspitze Queta/Robinson – wer von beiden startet, ist offen – gehört die Starting-Five weiter zu den besseren der Liga. Was fehlt, ist eine zweite verlässliche Kreationsquelle neben Tatum. Breakout-Kandidaten sind Sophomore Hugo González und der eben genannte Harper Jr.

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Blick nach vorn
Was kann man nun erwarten? Qualität und Erfahrung sprechen trotz härterer Konkurrenz für einen Platz unter den ersten vier im Osten, auch wenn ESPN Boston nur auf Rang fünf sieht. In den Playoffs dürfte es wieder schwierig werden: Knicks, Sixers, Cavs, Pistons und ein Heat-Team mit Giannis Antetokounmpo sind allesamt valide Anwärter auf die Conference-Finals. Die Gesundheit von Tatum, George und Co. wird der Schlüssel sein – Coaching und Einstellung sollten keine Probleme bereiten.

Fazit
Nach einer komischen Saison versucht man also, mit mehr Tiefe und Flexibilität den Grundstein für die kommenden Jahre zu legen. Ob der Brown-Trade das erreicht, bleibt abzuwarten. Entweder fliegt man wieder nach kurzem Aufenthalt aus der Endrunde oder man kommt mit etwas Glück, gutem Coaching und Zusammenhalt doch wieder in Richtung Spitze.

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