,

Kurz-Preview: Bulls

…von Maximilian (Bluesky)

Nachdem ich letztes Jahr erstmalig eine Vorschau für meine Raptors schreiben durfte, versuche ich mich dieses Jahr an zwei Teams. Macht schonmal „Sirius“ von The Alan Parsons Project an, denn: Hier kommen die Chicago Bulls!

Rückblick
Viele Bulls-Fans erinnern sich gerne an das magische Halbjahr, als das Trio Lonzo-Lavine-DeRozan ganz Chicago wieder träumen ließ. Seitdem sind die Bulls die Definition von Mid geworden: Zu gut für die tiefe Lotterie, zu schlecht für Ansprüche, die höher sind als das PlayIn. So kann man auch die letzte Saison beschreiben, bis man sich entschieden hat, das Tafelsilber zu veräußern und in den Rebuild (oder doch Retooling?) zu gehen. So gingen mit Nikola Vučević, Ayo Dosunmu und Coby White wichtige Spieler – mit Jaden Ivey kam (und ging sehr schnell wieder [zum Glück]) eigentlich ein vielversprechender Jungprofi. So wurde man Zwölfter im Osten, hat in der Lotterie aber den vierten Pick gewonnen.
Nicht zu vergessen das Jersey-Retirement des größten Hoffnungsbringers Chicagos, der nicht den Namen Michael Jeffrey Jordan trägt: Derrick Rose.

Offseason
Mit eben diesen vierten Pick nahm man Caleb Wilson vom Board, der auch gleich mal in der Summer-League mit einem 35-Punkte-Debüt und allgemein guten Vorstellungen in das entsprechende First-Team gewählt wurde.

Man durfte an #15 nochmal ziehen und entschied sich für Dailyn Swain, der allerdings Probleme in der Summer-League hatte (FG: 12.9%). Dazu hat man noch mit Nic Claxton im Rahmen vom Randle-Trade den besten Pick-Up mitnehmen und sich mit Norman Powell einen der besten Free-Agents schnappen können.
Böse Zungen würden behaupten, dass dies nur möglich war, weil nicht mehr Artūras Karnišovas am Werk war, sondern Bryson Graham der neue Macher im Front-Office ist. Auch ist Billy Donovan als Headcoach zurückgetreten – da konnte aber mit Tiago Splitter ein großes Coaching-Talent aus Portland verpflichtet werden, der die Blazers in die Playoffs geführt hat und zuvor schon in Paris überzeugen konnte.

Schlüsselspieler
Die vermeintliche Starting-Five aus Josh Giddey, Powell, Matas Buzelis, Wilson und Claxton kann richtig viel Spaß machen. Der Fokus wird aber stark auf Giddey, Buzelis und Wilson liegen: Giddey hat seit dem Wechsel nach Chicago seinen Dreier auf über 36.0% verbessert und letzte Saison im Schnitt neun Dimes serviert – er wird entscheidend den Floor der Bulls bestimmen. Buzelis, der Home-Town-Hero Chicagos, hat in Jahr zwei sein Volumen nach oben geschraubt und seine Effizienz dabei minimal verbessern können. Da ist es entscheidend, ob er diese Entwicklung beibehalten kann. Und natürlich Nummer 4 Pick Wilson, der mit einer starken Summer-League und viel Vorfreude seitens des United Centers ins Team kommen wird. Wie langfristig sind aber die Engagements der beiden anderen vermeintlichen Starter? Wagen wir dafür den…

(Klick auf Bild = Weiterleiten auf spotrac.com)

Blick nach vorn
Ich halte es für wahrscheinlich, dass Claxton und Powell Interesse von Contendern auf sich ziehen können und die Bulls versuchen werden, diese gewinnbringend zur Deadline zu traden. Denn in diesem Osten sehe ich die Bulls trotzdem eher als Bottom-Five-Team – die Dichte an voraussichtlich besseren Teams ist einfach zu hoch. Es wird auch für dieses junge Bulls-Team primär darum gehen, sich intrinsisch weiterzuentwickeln und Tiago Splitter ist dafür der perfekte Coach. Aber wenn alle Steine richtig fallen, geht es vielleicht doch höher hinaus.

Fazit
Auch wenn es sportlich nicht die erfolgreichste Saison wird, die die Bulls je gespielt haben werden, gibt es doch endlich den von vielen Fans erhofften Fahrplan inklusive Richtung. Das Team wird sich entwickeln und unterhaltsamen Basketball spielen – dieser wird das United Center füllen und eine volle Arena macht Jerry Reinsdorf glücklich.

Hinterlasse einen Kommentar