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Basketball-WM in Berlin: Zwischen Laminiergerät und Premiumplätzen

Die WM der Frauen ist Geschichte – und was für eine: Über 200.000 verkaufte Tickets inklusive prall gefüllter Uber-Arena, unzählige Fans in Jerseys von Frauen-Teams davor und viele Mädchen, die in die Hallen strömten. Die Atmosphäre war überragend und die WM zeigte, dass Frauenbasketball funktioniert.

Die Tickets für das Finalwochenende lagen seit Oktober’25 im Schubfach – im Laufe der Zeit wuchs aber der Wunsch, noch mehr als das mitzunehmen. So ging die Bewerbung als Volunteer für die WM raus. Vorerst ohne Erfolg. Wenige Wochen vor Turnierbeginn dann die Mail: Es werden noch Volunteers gebraucht verbunden mit der Frage, welchen Bereich ich mir vorstellen könnte. Schließlich landete ich bei der Akkreditierung – ohne zu wissen, was genau meine Aufgabe sein wird. Denn aufgrund der Kurzfristigkeit nahm ich weder am einführenden Call teil, noch bekam ich anderweitig eine Einweisung. Also: Learning by doing.

Nach der Angabe meiner Verfügbarkeit inklusive Einreichung von Urlaubstagen bei meinem Chef erhielt ich via Volunteer-App und Mail meinen Schichtplan – und das Angebot, spontan an einem Probelauf teilzunehmen. Den Weg nach Berlin nutzte ich, um mir im Volunteer-Center gegenüber der Uber-Arena – die im Rahmen der WM-Organisation nur Berlin-Arena hieß – meine Akkreditierung sowie das Volunteer-Outfit von Nike abzuholen:  Weiße Air-Jordan, orangene T-Shirts sowie eine Jacke und ein Cap – alles mit Logo und in einem Sportbeutel.

About yesterday 👇 wenn zwei Teams vom Berliner SC zu "Puerto Rico" und "Australien" inklusive Spielerinnenvorstellung sowie Hymnen werden und das Aufstellen des Ballwagens ein gewisses Timing erfordert…ja, dann ist Testlauf für die anstehende WM 🏀

marcel eggstein (@marceleggstein.bsky.social) 2026-09-03T04:14:58.711Z

Meine erste Schicht begann am Samstagmorgen in der Max-Schmeling-Halle – und ja, learning by doing. Machbar: So standen in unregelmäßigen Abständen Menschen vor mir, die eine Akkreditierung brauchten. Was folgte, waren Rückfragen und ein Blick auf den Laptop: Suchen der Person, Abgleich mit den Angaben im System und mögliche Anpassungen. Das war meist unproblematisch, sodass ein Druckprozess, das Laminieren und Anbringen der schicken Lanyards anstand. Bei Unklarheiten half eine Rückfrage bei der Schichtleitung und im Zweifel bei den Verantwortlichen von DBB und FIBA.
So standen mitunter andere Volunteers, Funktionäre, Medienleute, Tänzer und Tänzerinnen, Service-Angestellte, Team-Verantwortliche oder auch Journalisten vor mir – wie u.a. André Voigt, mit dem ich mich für einen späteren Halbzeitschnack beim Spiel Australien-Italien verabredete.

Die Schichten waren geprägt von langen Phasen des Nichtstuns und herausfordernden, in denen viele Anfragen kamen, das Laminiergerät heiß lief und gestresste Schichtleitungen mit immer neuen Akkreditierungsbitten seitens der FIBA und des DBB konfrontiert wurden.
Warum dann der Stress? Die einstündige Fahrt mit der S-Bahn zur Schicht nach dem halben Tag im Büro; die lange Tage und der wenige Schlaf; das mitunter lieblose Essen beim Volunteer-Buffet; die wenige Zeit mit der Familie; das fehlende Tageslicht im Akkreditierungskabuff der East Side Mall; die teilweise anstrengenden Schicht-Kollegen…

Darum: Wenn es die Zeit erlaubte, konnten wir uns so viele Spiele in der Halle ansehen, wie wir wollten – alternativ liefen sie im Stream.
So saß ich teilweise in der zweiten Reihe und genoss WM-Basketball aus nächster Nähe. Zudem waren die Einblicke hinter die Kulissen äußerst spannend und ich lernte tolle Menschen kennen, wie bspw. BBL-Schiedsrichter Jonas Goslicki, den DBB-Verantwortlichen David Matern, Tim Bokelmann von der FIBA oder die coolen Ladies vom Ticketverkauf in der „MSH“.

Was bleibt ist die Erkenntnis, wie groß die Bandbreite von handgemacht und professionell bei solch einem Event ist. Und wie irrwitzig viele Menschen daran beteiligt sind. Zudem die Gewissheit, ein kleiner Teil dieser tollen WM gewesen zu sein. Ein ganz kleiner zwar aber umso größer war die Wertschätzung seitens der Organisatoren.
Würde ich es wieder machen? Ja, definitiv – aber vielleicht dann doch in einem anderen Bereich.


Fotos: © Marcel Eggstein

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