Die Stadt liebäugelte ja schon Anfang der Achtziger mit einer NBA-Franchise – aus finanziellen Gründen nahmen die Verantwortlichen ihren Hut aber wieder aus den Expansion-Ring. Mit der Verkündung im April 1987 durch die NBA, dass Minnesota einer der Standorte ist, die zur Saison 1989/90 ein Team bekommen, war die Freude im Nordwesten der USA groß. Denn Minneapolis ist eine Basketball-Stadt durch und durch. Die dort 1947 gegründeten Lakers brachten bis zu ihrem Umzug nach Los Angeles 1960 fünf Meisterschaften in die Twin Cities. Anschließend versuchten engagierte Akteure aus Sport und Wirtschaft, ein neues Team in der Stadt zu etablieren – leider ohne nachhaltigen Erfolg. So spielten lediglich für eine ABA-Saison die Minnesota Muskies (1967/68) sowie die Minnesota Pipers (1968/69) in der Stadt, die auch den ABA-Hauptsitz beheimatete.
Zwei der damaligen Lakers-Investoren – die lokalen Wirtschaftsgrößen Marv Wolfenson und Harvey Ratner – ließ der Wunsch nach professionellem Basketball in Minneapolis nicht los. Berichtet wurde sogar, dass 1986 nicht viel fehlte und sie hätten die Utah Jazz in die Stadt gebracht.
Wölfe, Seen und Platzprobleme
Nun war klar: Minnesota bekommt also neues Team. Und klar war auch: Es braucht einen Namen sowie einen Ort für die Heimspiele. Ersteres wurde wenig überraschend mit einem „Name the Team“ Contest geregelt. Gleichzeitig schielte man in dem Wissen nach Los Angeles, dass Jerry Buss alles andere als gesprächsbereit sein wird, was die Lakers betrifft. Ein Name, der zur damaligen Gründung eines Teams im Bundesstaat mit den 10.000 Seen wie die Faust auf’s Auge passte.
Dann also ein Name aus den 6.076 Einsendungen – die spülten 1.284 verschiedene Namen auf die Tafel der Verantwortlichen. Man einigte sich darauf, die 842 Stadträte aus zwei Finalisten wählen zu lassen: Timberwolves oder Polars.
Dass Minnesota der Bundesstaat mit der größten Wolfspopulation in den USA ist, machte die Wahl nachvollziehbar. Zudem befindet sich in Ely (Minnesota) das „International Wolf Center“. Somit war die offizielle Bekanntgabe am 23. Januar 1987 keine Überraschung.
Auch das Logo der Franchise wurde im Rahmen eines Wettbewerbs gesucht und gefunden. Über 2.600 Einsendungen erreichte die Verantwortlichen – sie kamen aus Norwegen, Alaska, Florida oder Kalifornien. Gewonnen hat der Entwurf von Mark Thompson – ein professioneller Künstler aus Austin (Minnesota), der dafür $2.500 erhielt.
Timberwolves-Präsident Bob Stein beschrieb es als „aggressiv aber nicht unheimlich.“ Nachdem Marketing-Experten, Sportartikelfirmen und TV-Sender ihr Feedback gaben, wurde das Logo erstmals am 17. September 1987 auf einem Spendencheck verwendet.
Zu der Zeit war noch immer unklar, wo die Timberwolves ihre Heimspiele ab dem Herbst 1989 bestreiten sollten. Denn der 1982 fertiggestellte Metrodome in Downtown Minneapolis war nur bedingt für Basketball geeignet – die Heimstätte der Vikings (Football) und Twins (Baseball) benötigte ca. zwei Tage für die temporäre Umwandlung in eine Basketball-Arena. Andere Hallen – beispielsweise im Vorort Bloomington oder dem „Zwilling“ St. Paul – kamen nicht in Frage. Mehr noch: Die Eigentümer der dortigen Teams waren keine Befürworter einer neuen Halle, weil sie Nachteile befürchteten.
Dennoch entschloss sich die Stadt, den Timberwolves eine neue Halle für $15.4 Millionen zur Verfügung zu stellen – jedoch mit Verspätung. Nach der Baugenehmigung 1987 begannen die Arbeiten am Target Center mit 18.000 Sitzplätzen schließlich im Sommer 1988 und dauerten bis zum Herbst 1990 an, weshalb das Team die Heimspiele seiner Prämierensaison inklusive 9.000 bestellter Dauerkarten doch im überdimensionierten Metrodome absolvierte. Ein Lösung, die einen NBA-Rekord zur Folge hatte: Über eine Million Zuschauer besuchten die 41 Heimspiele der ersten Saison – zum letzten Heimspiel der Saison am 17. April 1990 kamen sogar 49.551 Fans. Und das, obwohl die Mannschaft rund um Tyrone Corbin und den Rookies Doug West sowie Sam Mitchell wenig mit erfolgreichen Basketball zu tun hatte (22-60). Es zeigte aber: Minnesota hatte Lust auf Basketball – nach wie vor.
