…von Keke (Instagram, Bluesky)
Rückblick
Die Saison 2024/25 war der Beginn einer neuen Ära in Washington: Das erste mal seit 2010 startete man ohne John Wall oder Bradley Beal in eine Spielzeit. Dafür aber mit Alexandre Sarr, dem #2 Pick im Draft. Im Laufe der folgenden Monate tat man einiges, um den Kader zu verjüngen und Draftkapital zu sammeln. Dementsprechend verlief die Saison, wie es zu erwarten war: Man blieb von Beginn an im Tabellenkeller. Aber das war nur zweitrangig.
Es ging darum, Spielern wie Sarr, Carrington, Coulibaly, Poole und George Spielzeit zu geben. So blieben große Highlights aus – der Trade von Kyle Kuzma zu den Bucks war dann schon der von den Fans gefeierte Aufreger schlechthin. Dass man die Saison mit 18-64 beendete, nahm man gern in Kauf. Immerhin besaß man seinen eigenen Draftpick.
Offseason
Von der Draftlottery hatte man sich dann aber mehr erhofft: Es wurde „nur“ Platz 6 für die Hauptstädter, wo sie schließlich Tre Johnson zogen. Durch einen Trade mit den Utah Jazz zog man noch an Platz 21 den Flügelspieler Will Riley.
Der wohl interessanteste Move war aber der Trade von Jordan Poole nach New Orleans. Mit ihm wechselten im Rahmen eines Drei-Team-Trades noch Saddiq Bey und Micah Peavy in den Big Easy – im Gegenzug kommen CJ McCollum und Kelly Olynyk. Letzterer wurde u.a. für den jungen Guard Malaki Branham nach San Antonio weitergereicht.
McCollum dürfte wohl eine wichtige Mentorenrollen einnehmen – ebenso wie Kris Middleton, der seine Playeroption über $33.3 Millionen gezogen hat. Cam Whitmore ist ein weiterer junger Spieler, der im Rahmen des Trades zum Team stößt. Zudem gingen noch einige Secondrounder über den Tresen.

Der Umbruch und die Trennung von Beal kam für viele Fans zu spät. Nun schlägt man eine neue Richtung ein und die sieht vielversprechend aus: Viele junge Spieler, einige Draftpicks in naher Zukunft und Premium-Veteranen für eine gesunde Team-Kultur.
Schlüsselspieler
Klar könnte ich es mir einfach mach und Alexandre Sarr oder Tre Johnson sagen. Aber mein Fokus liegt voll auf Bilal Coulibaly. Der junge Franzose bringt alles mit, um der Klebstoff dieser Mannschaft zu werden. Mit 12.3 Punkten, 5 Rebounds und 3.4 Assists pro Partie steigerte er sich zum Rookie-Jahr ein wenig. Was aber herausstach, war seine Verteidigung. So greife ich ins obere Regalfach und sage: Wir könnten hier wohlmöglich einen neuen Kawhi Leonard sehen. Defensiv hat er mit seiner enormen Spannweite sehr gute Voraussetzungen, muss nur offensiv eine Schippe draufpacken und seine Ballverluste reduzieren. Und: Er muss einfach gesund bleiben. Leider schaffte er es in seiner ersten Saison nur auf 63 Spiele und in seiner zweiten auf 59.
Blick nach vorn
Der richtige Weg wurde schon beschritten: Die jungen Spieler werden weiterhin viel Spielzeit bekommen und auch die Neuzugänge Teil der Rotation sein. Hinzu kommen die Erfahrung von McCollum und Middleton. Abzuwarten bleibt, ob die beiden Veteranen im Kader die Saison auch in Washington beenden. Vorstellbar ist, dass sie die Hauptstadt noch verlassen und das Front-Office den Rebuild mit jungen Spielern oder weiteren Draftpicks vorantreibt – gleichzeitig tun sie dem Team gut und haben zudem auslaufende Verträge.
Fakt ist: Von den Playoffs oder dem Play-In wird bei den Wizards wohl niemand sprechen. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung.
Fazit
Es gefällt mir, was das Front-Office in Washington aus dem Team gemacht hat. So sieht Rebuild aus: Der junge aber noch rohe Kern um Sarr, Coulibaly, Johnson und Carrington steht – und wichtige Musterprofis gibt es ebenfalls.
Nun gilt es, den Jungprofis weiterhin Geduld und Spielzeit zu geben. Denn alle wissen, dass der Weg aus einem Rebuild heraus lang dauern kann. Doch nach der langen und letztendlich erfolglosen Zeit rund um Beal und Wall sind die Washington Wizards endlich wieder ein spannendes Team, das bei vielen noch unter dem Radar fliegt. Dabei kann hier wirklich etwas entstehen.
