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Kurz-Preview: Pistons

…von Marcel (Instagram, Bluesky)

Rückblick
Nach den katastrophalen beiden Spielzeiten mit nur 17 (2022/23) bzw. 14 Siegen (2023/24) – by the way trauriger Franchise-Rekord – verbesserten sich die Pistons mit ihrem neuen Head-Coach J.B. Bickerstaff enorm: In der vergangenen Saison gewannen sie 44 Spiele, wurden sechster und standen erstmals seit 2019 wieder in den Playoffs. Dort scheiterte man nach dramatischen sechs Spielen an den favorisierten New York Knicks.

Wie es zu dem Turnaround kam? Viel hängt mit Cade Cunningham zusammen. Der Premium-Guard blieb erstmals über einen längeren Zeitraum gesund, machte 70 Spiele und die tatsächlich auf Allstar-Niveau – er trug teilweise das Team in beeindruckender Manier. Dass nicht noch mehr Siege bzw. die zweite Runde dabei heraussprangen, lag u.a. auch an der schweren Verletzung von Jaden Ivey, der die Saison bockstark begann, sich dann aber Anfang Januar das Bein brach – es fehlte schlichtweg Scoring. Da half auch der nachverpflichtete und sehr gut aufgelegte Dennis Schröder nicht.
Zudem stieg Ausar Thompson nach seiner langen Pause aufgrund einer Thrombose erst im November ein, brauchte etwas und zeigte dann im Laufe der Saison, was für ein beeindruckender Athlet der Zwillingsbruder von Amen Thompson ist.

Offseason
Pistons-GM Trajon Langdon hatte im Vergleich zu anderen Kollegen einen wohl ruhigeren Sommer und nahm nur kleine, aber feine Veränderungen am Kader vor: Denn der Weg ist klar. Das Team soll um den jungen Kern – bestehend aus Cunningham, Rückkehrer Ivey, Thompson, Jalen Duren und Ron Holland II – wachsen. Aus diesem Grund blieben große Veränderungen aus.
Schröders Abgang soll Caris LeVert mit seinem Ballhandling auffangen. Zurück nach Michigan kam zudem Duncan Robinson – für den Edelschützen (39.7%) verließ Simone Fontecchio das Team und schnürt nun am South Beach seine Sneaker. Ebenfalls nicht mehr in Detroit sind die Veteranen Tim Hardaway Jr. sowie Malik Beasley – wobei letzterer eventuell doch noch bleiben könnte. Gegen den 28-Jährigen gab es FBI-Ermittlungen wegen Betrugs, die allerdings eingestellt wurden. Daher lagen dem Free-Agent noch keine Angebote vor – auch nicht von den Pistons. Nun wird er sicherlich die Qual der Wahl haben.
Die Liste der Neuzugänge in Mo-Town wird von Rookie Chaz Lanier (#37) und dem defensivorientierten Flügelspieler Javonte Green komplettiert.

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Schlüsselspieler
Es wäre leicht, hier Cunningham zu nennen. Aber der wird – sofern gesund – das Team sowieso weiter auf seine breiten Schultern packen. Wichtiger wird sein, dass Ivey an den Herbst aus dem Vorjahr anknüpfen und Thompson gesund bleiben kann. Und Duren? Der wird wie gewohnt unter dem Korb beasten.

Bei all dem ist nicht ausgeschlossen, dass Langdon nach dem ruhigen Sommer im Laufe der Saison bzw. noch vor der Trade-Deadline aktiver wird, sollten sich unerwartete Möglichkeiten auftun. So könnte der auslaufende Vertrag von Tobias Harris und das ein oder andere Talent aus der zweiten Pistons-Reihe für so manche Teams interessant werden.

Blick nach vorn
Nach 44 Siegen und Playoff-Runde eins in der letzten Saison ist es nicht abwegig zu behaupten, dass für die Pistons in diesem ausgedünnten Osten mehr möglich sein wird – eine bessere Bilanz und mehr als nur die erste Playoff-Runde. Essenziell ist wie bei vielen Teams dabei die Gesundheit. Und das Shooting – generell wird die Offensive darüber entscheiden, wie lange die Pistons-Fans Playoff-Basketball sehen werden.

Fazit
Die dunklen Jahre in die Niederungen der Tabelle sind vorbei: Der Top-Pick von 2021 entpuppt sich als echter Franchise-Player und neben ihm versammeln sich extrem talentierte Jung-Profis, die zusammen einen äußerst spannenden Kern bilden. Und: Dieser Kern hat Blut geleckt – der punktuelle Erfolg macht hungrig und das junge, besser werdende Team spielt ehrlichen, harten Basketball, passend zur Arbeiterstadt Detroit.
So war die Playoff-Teilnahme im letzten Jahr sicherlich erst der Anfang. Zumal das Front-Office noch Möglichkeiten hat, das Team zu verstärken.

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