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Expansions, Baby! (#2)

Professioneller Basketball in Dallas? Den gab es nicht erst mit den Mavericks. Bereits 1967 wurde in der texanischen Metropole und nach Houston zweitgrößten Stadt des Bundesstaates ein Team gegründet: Die Dallas Chaparrals. In der damaligen ABA spielend verpassten sie aber 1973 erstmals die Playoffs und standen kurzerhand zum Verkauf. Auch, weil die Spiele chronisch schlecht besucht waren. Eine Gruppe von 35 Geschäftsmännern aus San Antonio griffen zu, ließen das Team 1974 umziehen, umbenennen und zwei Jahre später der NBA beitreten mit dem Ergebnis: Die südtexanische Stadt liebte ihr neues Team namens Spurs und der Rest ist extrem erfolgreiche NBA-Geschichte.

Zurück in Dallas blieb der Glaube, dass auch Basketball in die football-verrückte Stadt gehört und so machten sich 1978 einige Herren inklusive Don Carter auf den Weg, den Gedanken eines neuen NBA-Teams in ihrer Heimatstadt voranzutreiben. Carter war seinerzeit gut betuchter Unternehmer, der den von seiner Mutter gegründeten Konzern „Home Interiors and Gifts“ übernahm – ein Anbieter für Heim-Dekoration mit einem Jahresumsatz damals von ca. $400 Millionen.
Richtig Fahrt nahmen die Planungen auf, als Norm Sonju hinzukam – vermittelt vom damaligen Bürgermeister Bob Folsom. Sonju war Besitzer und General Manager der Buffalo Braves – wusste also, wie es geht und suchte seinerzeit die Möglichkeit, ein Basketball-Team auch in Dallas zu etablieren. Die Gruppe überlegte sogar, die Milwaukee Bucks oder Kansas City Kings zu kaufen. Jedoch stimmte dort niemand einem Umzug zu.

Also blieb nur ein gänzlich neues Team. Allerdings war die gesamtwirtschaftliche Lage alles andere als rosig, die Zinsen hoch, die Finanzmärkte unberechenbar und viele Investoren – darunter auch Don Carter – zogen sich aufgrund der Risiken und hohen Kosten doch wieder zurück. Zudem galt Basketball als unprofitabel. So machten in der Saison 1978/79 ganze 18 der 22 Franchises Verluste und die Einschaltquoten gingen um 26% zurück.

Der Liebe wegen

Und Norm Sonju? Der blieb hartnäckig, obwohl er nicht die Mittel und zu wenige Unterstützer hatte, um das Projekt weiter voranzutreiben. Der entscheidende X-Faktor war schließlich die Ehefrau von Don Carter. Sie spielte in der Duncanville Highschool nahe Dallas Basketball, liebte den Sport und überredete ihren Mann schließlich, wieder einzusteigen. Ihr zuliebe übernahm Carter die Hälfte der Gebühren, die es für eine neue NBA-Franchise brauchte – damals $12 Millionen.

Deal? Die NBA war noch unsicher und zögerte, da es bereits zwei Teams in Texas gab. Auf der anderen Seite engagierten sich dort geschäftstüchtige Unternehmer und es existierte ein großer Markt. Zudem machte das TV-Phänomen „DALLAS“ die gleichnamige Stadt im gesamten Land bekannt – eine enorme Beliebtheitswelle, die man als NBA nicht verpassen wollte.

So verkündete Larry O’Brian während des Allstar-Games 1979, dass es in der Folgesaison zwei neue NBA-Teams geben wird. Zwei? Richtig, denn auch Minneapolis machte sich auf den Weg, schob die Planung aus finanziellen Gründen jedoch auf.
Während des Allstar-Games 1980 votierten schließlich die anderen Besitzer für die Aufnahme der Dallas Mavericks, deren Name das Ergebnis einer öffentlichen Namenssuche war. Dabei gingen 4.600 Einsendungen ein und Mavericks setzte sich u.a. gegen Wranglers und Express durch – dabei ist der Name auf die damals sehr beliebte Westernserie „Maverick“ (1957-62) zurückzuführen.

Rund wurde das Projekt durch den Bau einer neuen Arena im Herzen von Dallas. Den trieb Bob Folsom für $27 Millionen voran – die Reunion Arena wurde 1980 als stadteigenes Bauvorhaben fertiggestellt und kam frisch in dessen Farben blau und grün daher.
„Als Norm das sah, entschied er, dass die Farben des Teams blau und grün sein sollten, damit es so aussieht, als sei die Arena für das Team gebaut worden und nicht umgekehrt“, berichtete Tony Fay, der 1987 als Praktikant bei den Mavericks anfing und bis 1999 als Kommunikationsdirektor des Teams arbeitete.
Eine Anekdote, die den Einfallsreichtum und die Zielstrebigkeit von Norm Sonju bestens beschreibt, der bis 1996 als Manager und Präsident des Teams die Geschicke der Franchise mitgestaltete. Eigenschaften, die ihm ligaweit viel Respekt entgegenbrachten. Und Dank – vor allem in Dallas.

So brachte der ehemalige General Manager der Mavericks Donnie Nelson in einem Interview von 2020 die Gründungsdynamik folgendermaßen auf den Punkt: „Ohne Norm gäbe es die Dallas Mavericks nicht. Eigentlich war es Linda Carter, die Don 1980 dazu überredete, die Mavericks zu kaufen aber ohne Norm hätten wir dieses unglaubliche Basketballteam nicht in unserer Stadt.“
Was folgte, war ein Musterstart inklusive Winning- und Playoff-Basketball bereits im vierten Jahr sowie regelmäßig gut besuchter Halle. Das änderte sich in den Neunzigern, ehe es mit Dirk Nowitzki, Steve Nash, Don Nelson und schließlich Mark Cuban wieder bergauf ging.

…to be continued.

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