…von Jonathan (Instagram, Bluesky)
Rückblick
Es scheint, als sei die emotionale Talsohle für Phoenix-Fans endlich durchschritten, nachdem der Abstieg seit dem Erreichen der Finals 2021 stetig und vor allem sehr steil gewesen war. Mit Chris Paul, Mikal Bridges, Deandre Ayton, Jae Crowder und Cameron Johnson hatte der All-Time Leading-Scorer der Franchise, Devin Booker, die Suns zum ersten Mal seit 1993 in die letzte Runde der Playoffs geführt – und nur zwei Siege an die erste Championship der Suns.
Seither gab es ein Blamables Game 7 in der zweiten Runde gegen die Mavs 2022, Trades einiger der genannten Mitspieler für u.a. Kevin Durant, Ausscheiden nach sechs Spielen in der zweiten Runde gegen die Nuggets 2023, weitere Trades für u.a. Bradley Beal, einen Erstrunden-Sweep gegen die Wolves 2024 und dann, als krönenden Abschluss, letzte Saison noch nicht einmal mehr das Play-In. Rock Bottom in der Wüste.
Offseason
Mat Ishbias Titel-Mission mit KD war eigentlich bereits letzten Sommer gescheitert. Es dauerte noch ein weiteres Jahr, bis man endlich die Reißleine zog und um Book in den Re-Tool geht. Postseason? Vielleicht irgendwann wieder…falls alles perfekt läuft. Wieso sind Fans trotzdem hyped?
Die Vibes im Valley waren letzte Saison grauenhaft. Der Basketball unter Mike Budenholzer bodenlos enttäuschend. Diesem Drama zuzusehen war eine Zumutung. Nach 36 Siegen und Platz 12 im Westen wurden General Manager, Coach und Leistungsträger nun ausgetauscht.
Brian Gregory bringt wenig NBA-Erfahrung mit, war jedoch bereits 2024 maßgeblich für die soliden Draft-Picks der Suns, Ryan Dunn und Oso Ighodaro, verantwortlich – und holte 2025 direkt drei weitere Rookies ins Team.
Jordan Ott hatte viele Jahre als Assistant in diversen Stäben zugebracht, zuletzt bei den Cavs, steht nun jedoch zum ersten Mal als Head Coach an der Seitenlinie. Beide lassen durchblicken, dass es mit der Lethargie der letzten Saison ein Ende hat.

Für KD kamen Kettenhund Dillon Brooks, der athletische Gunner Jalen Green sowie der eigene Firstrounder aus Houston zurück, mit dem Center-Talent Khaman Maluach gepickt wurde. Um sicherzugehen, stets einen großen Lob-Threat auf dem Feld zu haben, holten sich die Suns außerdem Mark Williams aus Charlotte. In der zweiten Runde sicherte sich Gregory mit Rasheer Fleming einen superlangen Wing und in Kobe Brea den vielleicht besten reinen Shooter der Class. EuroLeague-MVP Nigel Hayes-Davis darf nochmal zeigen, wie er als Shooter mit Size in der NBA funktionieren kann.
Schlüsselspieler
Auffällig ist, dass abseits von den Backup-Level Guards Collin Gillespie und Jared Butler keine gelernten Spielmacher im Roster – und schon gar nicht der Starting Five – stehen. Heißt: Point Book ist zurück, selbst falls Green nominell auf “PG” starten sollte. Gepaart mit den Shootern Grayson Allen und Royce O’Neale von der Bank sowie etwas mehr Tempo und Ballbewegung, könnte die Offense, wenn auch nicht zwingend sofort effizienter, dann zumindest deutlich ansehnlicher als die Pullup-Midrange-Mafia der letzten Jahre werden.
Blick nach vorn
Ein Bounce-Back-Year von All-NBA-Spieler Booker ist unabdingbar, will Phoenix um’s Play-In kämpfen. Er möchte ein “One-Team-Player” bleiben – wohl im vollen Bewusstsein, dass er auf Sicht keine weiteren Superstars mehr neben sich sehen wird.
Nach dem Stretch-Waiving Beals und dem Trade Durants wäre ein Trade Bookers theoretisch der nächste logische Schritt in einen kompletten Rebuild. Praktisch tradet man verdiente Franchiseplayer in ihrer Prime nicht gegen ihren Willen (mal ab von Nico Harrison).
Defensiv wird viel von Jordan Otts Schemes, Disziplin in der Execution, der POA-Defense Dunns und Brooks’ sowie dem Konglomerat an Bigs in Phoenix abhängen. Man wird bis zum Ende der Saison um jeden Sieg kämpfen, denn der eigene Pick geht erneut nach Houston.
Fazit
Fans können sich auf einen interessanten Mix aus jungen Spielern, Athletik und Hustle freuen, der über die Jahre zu einer neuen Kultur um Devin Booker in Arizona reifen könnte – auch wenn die Tage als Contender definitiv lange vorbei sind.
