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Kurz-Preview: Cavaliers

…von Marcel (Instagram, Bluesky)

Rückblick
Die Cleveland Cavaliers rauschten im Vergleich zum Vorjahr ohne große personelle Veränderungen im Team mit der besten Offense (121.9 Punkte pro Spiel) und dem zweitbesten Net-Rating (+9.5) der Liga durch die Regular-Season. Am Ende grüßten sie verdient von der Tabellenspitze im Osten und der Erfolg trug dabei einen Namen: Kenny Atkinson. Denn der Übungsleiter war die gravierendste Neuerung bei den Cavs und heimste folgerichtig den CotY-Award ein. Dabei soll der Trade für Edelreservist De’Andre Hunter nicht unter den Preview-Tisch fallen.

Als Favorit gingen sie schließlich in die Playoffs und wurden der Rolle in Runde 1 auch mehr als gerecht – die Heat sweepte man in den Sommerurlaub. Danach kam das Verletzungspech zum Tragen und die hochgehandelten Cavs unterlagen den späteren Finalisten aus Indiana damals überraschend deutlich (1:4) – rückblickend betrachtet wirkt es aus Gründen weniger schockierend. Dennoch war die Enttäuschung natürlich riesig in Ohio.

Offseason
Welche Rückschlüsse Kobi Altman & Co. zogen? Scheinbar die richtigen, denn das Front-Office nahm keine großen Veränderungen am Kader vor: Das Team hat nach wie vor Tabellenführer-Qualität, ist extrem gut eingespielt und war lediglich zwei/drei gesunde Spieler von einem tieferen Playoff-Run entfernt.
So war es die vorrangige Aufgabe, einen Ersatz für Backup-Guard Ty Jerome zu finden, der nach einer starken Saison (Dritter bei der Wahl zum SMotY) nun für drei Jahre in Memphis unterschrieb. Neu im Team ist Lonzo Ball, der per Trade für Isaac Okoro aus Chicago kam. Zudem verpflichteten die Cavs Thomas Bryant sowie Larry Nance Jr. für etwas mehr Tiefe auf den großen Positionen zum Minimum und verlängerten mit Sam Merrill langfristig.

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Schlüsselspieler
Kenny Atkinson wird auf eine elitäre erste Fünf zurückgreifen können: Von Abo-Allstar Donovan Mitchell über Premium-Guard Darius Garland bis hin zum offensiv immer besser werdenden DPoY Evan Mobley und Center-Kollege Jarrett Allen – diese erste Fünf wird liefern.
Lediglich von Max Strus braucht es etwas mehr Konstanz – sobald er nach einer Fuß-OP zurück beim Team ist. Bis dahin wird Hunter noch mehr Minuten sehen – vielleicht auch als Starter. Der Flügelspieler geht nun in seine erste komplette Saison unter Atkinson und wird eine wichtige Rolle einnehmen.

Blick nach vorn
Tabellenplatz eins im Osten? Ja, es riecht nach Wiederholung. Denn einerseits sind die Cavs nicht schlechter geworden, anderseits fehlen bei zwei Spitzenmannschaften der letzten Saison die Topspieler – und andere Teams sind zwar spannend aber noch schwer einzuschätzen. Lediglich die Knicks können von sich behaupten, wirklich um Platz eins mitzuspielen.
Wie so oft wird am Ende also entscheidend sein, ob die Protagonisten gesund bleiben und die Bankspieler ausreichend Entlastung bringen. Besonders auf Lonzo Ball darf man nach seiner langen Leidensgeschichte gespannt sein. Greift alles ineinander, wird den Cavs Platz eins sicher sein. Was folgt, ist ein tiefer Playoff-Run. Alles andere wäre diesmal wirklich eine Enttäuschung.

Fazit
In Cleveland hat man nahezu alles richtig gemacht – und das bereits schon in der letzten Saison: Die Verpflichtung von Kenny Atkinson als neuer Head-Coach und der Trade für De’Andre Hunter waren mitentscheidend für die extrem erfolgreiche Regular-Season dieser ohnehin schon starken Mannschaft. Nun hieß es, darauf aufzubauen und mit punktuellen Anpassungen erneut in die Playoffs zu kommen, was nur ein selbstverständlicher Schritt auf dem Weg in die Finals ist.
Mit etwas weniger Verletzungspech wäre das in der letzten Saison bereits möglich gewesen – nun soll es endlich klappen und die Chancen stehen tatsächlich gut dafür, dass die Fans in Ohio erstmals seit 2018 wieder Finals-Basketball erleben.

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