…von Nils (Instagram, Bluesky)
Rückblick
Der Titel des Rückblicks könnte „Same‘ol, same´ol!“ lauten, denn die Heat haben in der letzten Saison das getan, was sie bereits in der Saison davor taten: Das Mittelmaß im Osten darstellen. Fan eines Borderline-Playoffteams in der NBA zu sein, ist nicht einfach. Zu gut, um abzustinken und sich evtl. einen hohen Pick der Draft zu angeln – zu schlecht, um z.B. den überraschenden Finals-Run 2022/23 zu wiederholen.
44-38, 46-36 und 37-45 – so lesen sich die Heat-Bilanzen der letzten drei Saisons. Ist das gut? Nein. Ist das schlecht? Nicht wirklich. Aber wie geht es weiter?
Offseason
Die Offseason der Heat war wenig überraschend relativ aktionsarm. Der Vertrag von Davion Mitchell wurde adäquat verlängert, was aufgrund seiner gezeigten Ansätze der letzten Saison definitiv Sinn macht. Er wird den Starting-Spot im Aufbau bekommen.
In einem Drei-Team-Trade bekamen die Heat Norman Powell, der nach einer starken Saison bei den Clippers mit seiner Vielseitigkeit helfen wird. Im Hinblick auf die aktuelle Gesundheitslage von Tyler Herro war der schon vorher getätigte Trade dabei ein Glücksfall aber dazu später mehr.
Außerdem kam Simone Fontecchio im Tausch für Duncan Robinson. Und als letzte nennenswerte Addition ist das vielversprechende Guard-Talent Kasparas Jakučionis zu nennen, das via Draft (#20) nach Miami kommt und den man durchaus als Draft-Steal bezeichnen kann.
Kyle Anderson, Kevin Love und ein Secondrounder verließen dagegen Florida, was in allen drei Fällen verkraftbar ist.

Schlüsselspieler
Kurzum: Bam Adebayo und Tyler Herro! Letzterer unterzog sich knapp sechs Wochen vor Saisonbeginn einer OP am linken Fuss und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Der frischgebackene Allstar spielte eine Bombensaison 2024/25 und wird einer der zukünftigen Grundpfeiler sein. Es bleibt nun abzuwarten, wie er aus der OP zurückkommt.
Von Adebayo wird vor allem ein offensiver Fortschritt erwartet. Defensiv seit Jahren elitär unterwegs, ist sein Offensivoutput wenig konstant. Genau das erwartet man nun seitens des Clubs. Zudem scheint er in wichtigen Situationen zu oft abzutauchen – auch da benötigt man mehr Präsenz vom 28-Jährigen.
Ansonsten werden die Heat die talentierten Junprofis in die Pflicht nehmen. In erster Linie fühlt sich hier Alleskönner Kel‘el Ware angesprochen, der den Hauptanteil der Center-Minuten bekommen wird. Aber auch Jaime Jaquez Jr., Nikola Jović und Pelle Larsson sollten an die gezeigten, guten Ansätze anknüpfen, um die nahe Zukunft der Heat darzustellen.
Blick nach vorn
Was wird es? Eine (weitere) „Young-Gun-Ausbildungssaison“? Vielleicht eine Art Tanking-Season mit dem unbestimmten Ausfall von Herro und der erwähnten Rasselbande um Bam? Oder überraschenderweise eine Borderline-Playoff-Performance auf den Plätzen 7-11 der Eastern-Conference?
Fazit
Spannung am South Beach und dann doch irgendwie nicht. Ich persönlich bin froh über ausgebliebene „Panikdeals“ für Dame oder KD und finde es besser, die jungen Spieler konstant auszubilden sowie um zwei Cornerstones aufzubauen. Aber solch ein Prozess kann manchmal auch zäh werden – wie entspannt oder dann doch ungeduldig wegen zu hoher Erwartungen sind die Franchiseobersten wirklich?
Ich als Heatle bin selber gespannt, wie der Weg weitergehen mag und ob man irgendwann die Reißleine zieht, um doch für einen Star all-in zu gehen. Bis dahin heißt es am South Beach: „Same´ol, same´ol!“
