…von Patrick (Instagram, Bluesky)
Rückblick
Wer von euch hatte vor Beginn der Saison 2024/25 auf dem Schirm, dass die Indiana Pacers erstmals seit dem Jahr 2000 wieder in den Finals spielen? Niemand? Ok, seid beruhigt: Auch bei den Buchmachern rangierte das Team vor der Saison zwischen Lottery-Team und Title-Contender. Umso mitreißender war der fulminante Playoff-Run des Teams aus dem basketballverrückten Indiana. Die Pacers reihten Comeback an Comeback und zeigten defensiv wie offensiv eine unglaubliche Resilienz – angeführt von einem elektrisierenden Tyrese Haliburton, der vielen Kritikern das Schweigen lehrte. Schade, dass diese Cinderella-Story u.a. aufgrund des Achillessehnenrisses bei Haliburton im entscheidenden Game 7 kein Happy-End fand.
Offseason
Der zweite Schock folgte wenige Tage nach Ende der Finals-Niederlage. Myles Turner ging in die Free-Agency. Die Pacers zögerten vor dem Hintergrund der Haliburton-Verletzung, Turner einen neuen bzw. großen Vertrag zu geben und somit in die Luxury-Tax zu rutschen. Die Milwaukee Bucks schlugen zu und statteten Turner nach 10 Jahren in Indiana mit einem neuen Vierjahresdeal aus. Um die Lücke irgendwie zu schließen verpflichteten die Pacers in der Not Jay Huff als dreierwerfenden Shot-Blocker. Zudem zog man die Team-Option für Tony Bradley, der in den Playoffs Licht wie Schatten bot. Außerdem wurden Isaiah Jackson sowie der einstige Top-Pick James Wiseman verlängert bzw. wieder unter Vertrag genommen.

Schlüsselspieler
Unter dem Eindruck des Turner-Abgangs und dass Haliburton die kommende Saison komplett ausfallen wird, müssen nun die Aufgaben innerhalb des Rosters aufgeteilt werden. Pascal Siakam ist nun der Leader und die erste Option in der Offensive mit erwartbar deutlich höherem Scoring-Anteil. Andrew Nembhard hat sich im Zuge des Playoff-Runs als einer der besten Two-Way-Guards der Liga etabliert. Er wird in Abwesenheit von Haliburton mehr Playmaking übernehmen müssen. Spannender wird nun die Entwicklung von Bennedict Mathurin sein. Auch er wird eine größere Rolle bekommen. Von seinen spielerischen Anlagen her ist der Kanadier eher ein Sixth-Man. Es ist fraglich ob er die Mehrverantwortung auch in entscheidenden Situationen tragen kann.
Blick nach vorn
Ohne Haliburton als primären Ballhandler und keinem gleichwertigen Ersatz für Turner wird die Saison 2025/26 eher ein Übergangsjahr, wie für so viele Teams im Osten. Die Frage für den Coaching-Staff wird sein, welche Lineups sich in einer langen Regular-Season als effektiv herausstellen: Herausfordernd, wenn zwei so wichtige Stützen wegfallen. Dazu kommt die mentale Komponente, also welche Entwicklung das Team im Saisonverlauf ohne die Führungsrolle von Haliburton zeigt.
Fazit
Der überraschende Run bis in die Finals hat gezeigt, dass diese Pacers mit einem gesunden Kern jedes Team schlagen und ein Title-Contender sein können. Die Tiefe des noch jungen Rosters spricht für Indiana: Nur nicht in dieser Saison, aber für die Zukunft ist dieses Team jung und bereits erfahren genug (nicht zu vergessen der ebenfalls gute Playoff-Run 2024), um sich nachhaltig an der Spitze im Osten breit zu machen. Ob es dann für einen erneuten Run bis in die Finals reicht, bleibt offen. Aber wer weiß, vielleicht sind diese toughen Pacers doch wieder für eine Überraschung gut?
