…von Patrick (Instagram, Bluesky)
Rückblick
Nach der verletzungsgeprägten Seuchensaison 2023/24 startete man in Memphis hoffnungsvoll in die vergangene Saison. Die Grizzlies feuerten offensiv aus allen Rohren und lagen bis kurz vor dem Allstar-Break mit einer Bilanz von 35-16 auf Platz 2 der starken Western-Conference. Der Einbruch folgte in der zweiten Saisonhälfte. Über den Umweg Play-In rettete man sich als Achtplatzierter aber noch in die Playoffs, um schließlich sang und klanglos mit 0:4 gegen OKC auszuscheiden.
Offseason
Überraschend trennte man sich bereits vor Beginn der Playoffs von Coach Taylor Jenkins. Der Finne Tuomas Iisalo übernahm und geht nun auch als neuer Head-Coach in die neue Saison. Neben ihm prägten zwei Personalien die Offseason in Tennessee: Jaren Jackson Jr. unterschrieb einen mit $240 Millionen dotierten Fünfjahresvertrag, der ihn bis 2030 an die Grizzlies bindet. Dagegen wurde mit Desmond Bane einer der besten Dreierschützen des Teams nach Orlando getradet. Für ihn erhielt man mit Kentavious Caldwell-Pope einen NBA-Veteranen mit mehrfacher Championship-Erfahrung und vier ungeschützte Firstroundpicks.
Santi Aldama, mittlerweile einer der besten und „stretchigsten“ Wings der NBA, konnte verlängert werden. Dazu wurde mit Ty Jerome von den Cleveland Cavaliers einer der Überraschungen der letzten Saison verpflichtet.

Schlüsselspieler
Es steht und fällt in Memphis mit der Konstanz von Ja Morant und Triple J. Zum Glück machte Morant zuletzt weniger durch Offcourt-Eskapaden auf sich aufmerksam. Obwohl die Bären-Offensive insgesamt gut da steht, sind seine unterdurchschnittlichen Wurfquoten aber weiterhin ein Problem. Zudem sorgt seine explosive Spielweise zwar für Highlight-Plays en Masse, führt mitunter aber auch zu längeren Ausfallzeiten: Vergangene Saison absolvierte er nur 50 von 82 möglichen Spielen. Dies und u.a. sein Auftreten sind Gründe, warum Morant als absoluter Franchise-Player nicht über alle Zweifel erhaben ist.
Jackson Jr. zeigt sich da reifer, hat nach zwei schwierigen Spielzeiten wieder zu sich gefunden und agierte als Stretch-Big auf All-NBA-Defensive Level. Erfreulich ist auch, dass er zuletzt seinen Touch von außen wiedergefunden hat (2024/25: 37.5%). Hoffnung ruht zudem auf die Entwicklung der jungen Rollenspieler wie Jaylen Wells, G.G. Jackson oder auch Vincent Williams Jr. oder Scotty Pippen Jr.
Blick nach vorn
Mit dem Abgang von Bane und der üppigen Extension für Jackson Jr. setzt man nun klar auf das Duo Morant-Triple Jr. in Memphis. Ergänzt werden beide durch eine Reihe guter, switchbarer und teils erfahrener Wings, die neben einem guten Distanzwurf auch defensiv ihren Part leisten können. Auf dieser Basis ist es wichtig für Coach Iisalo, die offensive Feuerkraft nun mit guter Defensive auszutarieren.
Zurecht werden daher viele Erwartungen auf eine Weiterentwicklung von Zach Edey als Rim-Protector in seiner Sophomore-Season gesetzt. Diese wird allerdings später als erhofft beginnen, da er kürzlich einen Eingriff am linken Sprunggelenk hatte. Und auch Brandon Clarke sowie Jaren Jackson Jr. fehlen zu Saisonbeginn verletzungsbedingt.
Fazit
Die Grizzlies-Saison 2025/26 beginnt also holprig, wird aber wegweisend sein. Kann man sich als solides Playoff-Team trotz hoher Leistungsdichte im Westen etablieren oder muss sich das Front-Office eingestehen, dass man mit Morant und Triple J über ein gewisses Ceiling nicht hinauswachsen wird? Wahrscheinlich wird GM Zach Kleiman nicht ohne Grund im Rahmen des Bane-Trades vier Firstrounder verhandelt haben. So ist mittelfristig via Draft oder Trade die Hintertür offen, sollte man zu der Erkenntnis gelangen, dass diese Grizzlies 25 Jahre nach dem Umzug nach Memphis zwar die Franchise mit den coolsten Jerseys ist, aber immer noch keine Titelreife besitzt.
