…von Muggsy (Bluesky)
„Erst einmal vielen Dank an Marcel, dass ich hier eine kleine Saisonvorschau für meine Toronto Raptors schreiben darf. Ich hoffe, dass ich deinem Blog gerecht werde.“ (Anmerkung: Wirst du und ich danke dir!)
Rückblick
Letzte Saison wurde als Tanking-Saison ausgerufen, also wurde genau das auch versucht. Leider war man nicht das einzige Team, was eher schlecht als recht sein wollte. So wurde es tatsächlich „nur“ 30-52 und Platz 11 im Osten. Großer Vorteil: Man konnte vielen Rookies wie Jamal Shead, Ja’Kobe Walter und Jonathan Mogbo eine Menge Spielzeit geben, welche ihr Talent mit teilweise vielversprechenden Leistungen wie Walters Gamewinner gegen Orlando unter Beweis stellen konnten – hier zu sehen: Gamewinner von Walter (youtube.com/shorts). An sich wirkten die Rookies vielversprechend, aber manche sind noch sehr roh, z.B. Ulrich Chomche. The Future can be bright in the North.
Fast vergessen: Man hat für Brandon Ingram getradet und er bekam eine Vertragsverlängerung, bevor er sein erstes Spiel für die Raptors bestritten hat.
Offseason
In der Draft konnte man an Nummer 9 ziehen und hat sich für einen der besten Verteidiger des Jahrganges entschieden, Collin Murray-Boyles. In der zweiten Runde hat man noch Alijah Martin gezogen und mit einem Two-Way-Contract ausgestattet. An sich hat man eher eine ruhige Free-Agency gehabt und nur Sandro Mamukelashvili verpflichtet, dazu noch mit Garrett Temple und Jakob Pöltl verlängert.
Der Verlust des letzten Meisters mit Chris Boucher tut weh, ist aber überschattet von einem der größten Beben der Offseason: Der Entlassung von Masai Ujiri, die Identifikationsfigur der Raptors schlechthin, dem Meistermacher. Übernommen hat Bobby Webster, der vorher GM war und jetzt den Aufgabenbereich von Masai in Personalunion mit übernimmt. Als ehemaliger Mitarbeiter im NBA-Office, der auch am 2011er CBA mitgearbeitet hat und der Drahtzieher des Kawhi-Trades war, war er ebenfalls die Wunschlösung für viele Fans, mich eingeschlossen. An dieser Stelle möchte ich Masai für alles danken, was er für diese Organisation getan hat.
Dazu hat man mit Ed Rodgers einen neuen Mehrheitseigentümer in der MLSE, der Besitzergruppe der Raptors. Vieles neu im Staate Kanada.

Schlüsselspieler
Es steht und fällt offensiv alles mit Scottie Barnes und Brandon Ingram: Wenn Barnes seinen Dreier trifft (letztes Jahr 27% bei 4.3 Versuchen) und Ingram Off-Ball funktioniert (dessen Catch-and-Shoot-Würfe aber Jahr für Jahr weniger wurden), dann kann man genug Raum für eine funktionierende Offensive schaffen. Mit Pöltl hat man einen guten Pick-and-Roll-Spieler, Quickley und Dick müssen beim Dreier respektiert werden – allerdings ist Dick in der Defense enorm anfällig. Murray-Boyles wird defensiv sofort helfen können und Jamal Shead erinnert ein wenig an Kyle Lowry und könnte Quickley Konkurrenz machen. RJ Barrett ist dauerhaft in Trade-Gerüchte verwickelt und wird bei einem möglichen großen Trade das erste Asset sein.
Blick nach vorn
In dem Osten ist von 4 bis 13 alles möglich, 1-3 machen die Knicks, Cavs und Magic aus, 14 und 15 sollten nach Brooklyn und Washington gehen. Und sonst? Könnte man auswürfeln und alles wäre irgendwie vertretbar. Aber tatsächlich könnte es erstmals seit 2021/22 wieder für die Playoffs reichen, denn 6-10 ist realistisch. Die Kunst im Norden liegt in der Defensive und diese wird verdammt unangenehm sein, selbst im Tanking-Jahr mit vielen Verletzungen war man auf Platz 17 im Defensive-Rating – das wird nur besser werden. Auch Rajakovics offensiver Ansatz spielt Teams ohne offensiven Superstar in die Karten, könnte also ohne Ingram besser funktionieren als mit ihm.
Fazit
Offensiv liegen die Fragezeichen: Wird man genug Spacing anbieten können? Können Barnes, Ingram, Barrett und Pöltl offensiv koexistieren? Passt Rajakovic‘ Movement-Offense zu Ingram?
Wenn man diese Fragen mit „Ja“ beantworten kann, wird man die kanadische Hymne wieder in den Playoffs hören. Lautet die Antwort „Nein“, wird spätestens im Play-In Schluss sein und man hat einen Kader, der bis 2027/28 ca. $146 Millionen in 4 Spielern bindet. Erinnert an die Basketball-Version von Wetten, dass…?!
