…von Nico (Instagram, Bluesky)
Rückblick
Die Warriors schlossen die Saison mit einer Bilanz von 48 Siegen und 34 Niederlagen ab, was für Rang 7 in der stark umkämpften Western-Conference reichte. Lange war es eine sehr durchwachsene Saison, in der man sich mit einer neutralen Bilanz dahinschleppte. Ende Februar dann der von vielen Fans erhoffte große Trade: Jimmy Butler kam nach San Francisco und belebte den Kader sofort.
In Vollbesetzung sah das Team stellenweise sehr vielversprechend aus und vor allem konnte man viele Spiele für sich entscheiden. Trotz alledem mussten die Warriors den Weg über das Play-In gehen. Nach einem Sieg gegen die Grizzlies traf man in der ersten Playoff-Runde auf die zweitplatzierten Houston Rockets. Nach einer 3:1-Führung in der Serie wurde es noch einmal richtig spannend – es brauchte ein Sieg in Spiel 7, um die zweite Runde zu erreichen. Dort war man nach der Verletzung von Stephen Curry gegen die Minnesota Timberwolves aber ziemlich chancenlos und verlor 1:4.
Offseason
Das deutliche Playoff-Aus in der zweiten Runde nach der Curry Verletzung war sicherlich etwas enttäuschend aber das Team hat Lust auf mehr gemacht. Umso gespannter ging es in die Offseason mit der Hoffnung auf die ein oder andere punktuelle Verstärkung. Stattdessen passierte nichts – außer den beiden späten Zweitrundenpicks im Draft: Alex Toohey aus Australien und Will Richard aus Florida.
Alles wartet auf Jonathan Kuminga: Zähe Vertragsverhandlungen und ein scheinbar zerrissenes Tischtuch. Denn glaubt man Berichten des Beatwriters der Golden State Warriors, Anthony Slater, sieht sich Kuminga auf einem Niveau mit Scottie Barnes oder Pascal Siakam und möchte dementsprechend bezahlt werden. Die Gehaltsvorstellungen der Warriors sind aber scheinbar so weit entfernt, dass die Gespräche seit einiger Zeit stagnieren. Aus dem Lager Kumingas gab es daher bereits Andeutungen, dass er sich nicht respektiert fühle und dazu tendiere, das Qualifying-Offer für ein Jahr zu unterschreiben und dann eine neue Herausforderung zu suchen.
Die laufenden Verhandlungen halten dabei auch alle weiteren möglichen Verpflichtungen auf: Al Horford als Ersatz für den nach New Orleans gewechselten Kevon Looney und De’Anthony Melton sollen wohl schon in der Warteschlange sein. Auch eine erneute Verpflichtung von Gary Payton II wäre wohl im Sinne der Warriors. All das ist Stand jetzt und bei nur zehn Spielern im Kader aber nur Spekulation.

Schlüsselspieler
Eine Bewertung des Kaders ist somit schwierig bis unmöglich. Zum jetzigen Zeitpunkt ist zu konstatieren, dass Golden State für die kommende Saison wohl mit einem sehr alten Kader ins Rennen gehen wird, auch wenn mit Brandin Podziemski (22), Trayce Jackson-Davis (25), Quinten Post (25) oder Moses Moody (23) talentierte Jungprofis bereitstehen. Der Titel ist trotz aller Ungewissheiten das klar erklärte Ziel von Curry (37), Butler (36), Draymond Green (35) und Co. – weiterhin die Schlüsselspieler dieser Warriors.
Blick nach vorn
Der Titel? Hier für müsste aber sicherlich noch einiges passieren und die Saison ideal verlaufen: Heißt, die Stars müssen gesund bleiben und die jungen Rollenspieler den vielzitierten nächsten Schritt machen. Zudem sollte die Kuminga-Situation bis zum Saisonstart geklärt und der Kader sinnvoll ergänzt werden.
Das vollbesetzte Team hat am Ende der letzten Saison sicher Mut gemacht – dass es beispielsweise in einer Playoff-Serie gegen die Oklahoma City Thunder oder die verstärkten Houston Rockets reicht, ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer vorstellbar.
Fazit
Die Warriors lieferten eine Achterbahn-Saison ab: Ein turbulenter Start, der Trade für Butler und ein harter Kampf in den Playoffs. Mit dem Trio Curry, Butler und Green bleibt das Team konkurrenzfähig.
Die kommende Saison ist ein Schicksalsjahr: Ein möglicher letzter großer Titelpush mit dem alten Kern. Die fehlenden frischen Impulse im Kader und das ungelöste Kuminga-Problem überschatten allerdings die Planung. Wenn das Management die Balance zwischen Kontinuität und nötiger Verstärkung findet, bleibt Golden State ein möglicher Titelkandidat – andernfalls droht die Saison 2026 frühzeitig zu enden.
