Eines vorweg: Ich bin weder Ernährungs- oder Sportwissenschaftler, noch konnte ich mich in sämtliche Studien rund um das Thema einarbeiten.
Was aber auffällt: Es bewegt sich etwas beim Thema „Ernährung“ und darum soll es hier gehen – konkret um den Verzicht auf tierische Produkte. Und ja, auch im Spitzensport. War lange Zeit die Meinung vorherrschend, es braucht u.a. Fleisch um volle Leistungsfähigkeit zu erreichen, kippt dieses Narrativ immer mehr.
Und nein, es sind nicht nur vereinzelte Ausnahmen aus unteren Ligen oder Borderline-Profis, die ihre Ernährung komplett umstellten. In Bezug auf die NBA gab es für mich dann doch die ein oder andere positive Überraschung. Bekannt war, dass sich Wilson Chandler nach seiner langen Verletzung 2015-16 fortan vegan ernährte. Er las viel, ließ sich beraten und orientierte sich u.a. am damaligen Highflyer Chris Douglas-Roberts. Schließlich brachte er es so auf den Punkt: „I sleep better, I wake up in a better mood, I recover faster, I’m not so inflamed, not so achy.“1
John Salley, seineszeichen viermaliger NBA-Champion (’89,’90,’96,’00), begann schon während seiner aktiven Karriere, seine Ernährung umzustellen und macht sich nun stark für eine vegane Lebensweise.
Die Regeneration wird dabei oft als positiver Effekt genannt – ebenso wie die Ausdauer, das Wohlbefinden und der Blick in die Zukunft, was die eigene Gesundheit betrifft. „When I first went plant-based, it was for performance purposes but once I saw how my body changed and how I felt – it was for life“, sagt auch Chris Paul, der seit ca. 2019 vegan lebt.2
Neben dem Point-God verzichten auch andere Premium-Guards auf tierische Produkte, so zum Beispiel Kyrie Irving, Damian Lillard oder Cade Cunningham.
Aber auch Bigmen wie DeAndre Jordan oder Javale McGee verzichten komplett auf tierische Produkte – vegetarisch sind u.a. Brook Lopez und Al Horford unterwegs.
Noch sind es nur wenige in der NBA, dafür aber Vertreter der vorderen Reihe und zukünftige Hall-of-Famer. Und es ist davon auszugehen, dass weitere Profis ihre Ernährung umstellen. Denn auch das ist eine Möglichkeit der Optimierung – ein gängiges Prinzip im Profisport.
Nicht nur in der NBA. Denn auch Profis anderer Sportarten stellten ihre Ernährung um und erreichten Höchstleistungen ohne tierische Proteine – dabei sind mitunter Profis aus dem obersten Regal, wie beispielsweise Venus und Serena Williams, Chris Smalling, Lewis Hamilton, Patrik Baboumian, Carl Lewis oder Novak Đoković.
Und auch Dirk Nowitzki lebt mittlerweile komplett vegan, nachdem er während seiner aktiven Karriere bereits auf Kuhmilch verzichtete und nur sehr selten Fleisch aß. Auch er führt die Gesundheit als Grund an – und das Tierwohl.
Gründe für vegane Ernährung gibt es genügend und sie sind alle durchweg gut: Gesundheit, Umwelt, Ethik. Neben denen werden auch sportwissenschaftliche Aspekte in der sehr sehenswerten Netflix-Dokumentation „Game Changers“ aufgezeigt – übrigens: Executive Producer ist u.a. Chris Paul. Denn auch das wird bei all dem offensichtlich: Die Protagonisten werden oft zu Botschafter und Unterstützer einer veganen Lebensweise, promoten, investieren und präsentieren sich als positive Beispiele.
Ist der Verzicht auf tierische Produkte nun also neumodischer Kram oder eine erfolgreiche Strategie? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe es aus gesundheitlichen, ethischen und ökologischen Gründen getan. Inwiefern das nun positiv-nachhaltig auf Profisportler wirkt, kann ich nicht beurteilen.
Fakt ist aber: Die Wissenschaft ist sich dahingehend ziemlich einig und die hier genannten Sportlerinnen und Sportler beweisen, dass auch ohne tierische Produkte Höchstleistungen möglich sind.
- https://www.greatveganathletes.com/wilson-chandler-vegan-basketball-player/ ↩︎
- https://vegnews.com/vegan-nba-basketball-players ↩︎
Titelfoto: „Reading Terminal Market in Philadelphia“ © Marcel Eggstein
