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Die Offseason der…Timberwolves

von Maximilian (Twitter/X: @LianSimilian)

Herausforderungen

Die Timberwolves standen vor einem Balanceakt – einerseits wollten wir konkurrenzfähig bleiben, andererseits müssen wir langfristig planen. So war auf der einen Seite der sportliche Erfolg mit den starken Playoffs greifbar und die Hoffnung, man könne den für die kommende Spielzeit wiederholen. Auf der anderen Seite ist das Team aus einem vergleichsweise kleinem Markt aber unfassbar teuer und allein die Bigmen-Rotation bestehend aus Gobert, KAT und Reid schlägt mit $115 Millionen zu Buche. Es roch den Sommer über nach einer schweren Entscheidung im Nordwesten, die dann schließlich im Towns-Trade mündete.

Kann das Team ohne Karl-Anthony Towns, aber mit einer jungen, hungrigen Mannschaft, wirklich den nächsten Schritt machen? Den dritten Platz im Westen verteidigt man schließlich nicht so einfach.

Zugänge

Auch wenn der Verlust von Towns schwer wiegt, sind die Neuzugänge in diesem Sommer durchaus spannend. Highlight ist sicherlich die Verpflichtung von Donte DiVincenzo. Er bringt etwas mit, was wir dringend gebraucht haben: 3&D-Qualitäten und etwas mehr Erfahrung. Für DiVincenzo spricht, dass er sowohl defensiv als auch im Shooting verlässlich ist – genau das, was uns in vielen engen Spielen der letzten Saison gefehlt hat. Mit ihm bekommt Minnesota einen Spieler, der nicht nur Edwards entlasten kann, sondern auch die Tiefe des Kaders deutlich verbessert.

Und dann ist da noch Julius Randle. Ja, eine kontroverse Figur, aber man kann nicht leugnen, dass Randle offensiv unglaublich produktiv ist. Seine Fähigkeit, sowohl im Low-Post als auch von außen zu scoren, wird entscheidend sein, um die Lücke zu schließen, die Towns hinterlassen hat. Natürlich ist die große Frage, wie gut Randle ins System passt. Seine Defensivschwächen und manchmal inkonstante Leistungen könnten problematisch sein, aber wenn er richtig eingesetzt wird, verleiht er eine neue Dimension für die Offensive.
Ergänzt werden die beiden Zugänge aus New York u.a. von Joe Ingles, P.J. Dozier, Keita Bates-Diop und vor allem Rookie-Guard Rob Dillingham, der als 8. Pick der diesjährigen Draft zu den Timberwolves kommt.

Abgänge

Der Abgang von Towns ist natürlich der zentrale Punkt dieser Offseason. Man kann seine Verdienste für die Timberwolves nicht leugnen, aber in den letzten Jahren fühlte es sich oft so an, als ob er den nächsten Schritt nicht machen konnte. Auch wenn ich zugeben muss, bis zuletzt an jenen next step geglaubt zu haben, aber hier sind wir nun.
Defensiv hatte er durchaus Schwächen und seine Rolle an der Seite von Gobert – neben Randle nun nicht mehr die alleinige kontroverse Figur – hat nicht wirklich funktioniert. Der Trade mag auf den ersten Blick schmerzhaft sein, doch es könnte genau die Veränderung sein, die wir gebraucht haben, um flexibler und schneller zu spielen.
Neben Towns verließ u.a. auch Kyle Anderson die Timberwolves via Trade – er war Teil ein 6-Team-Trades und spielt nun in Golden State.

Bewertung und Blick nach vorn

Die Offseason der Timberwolves hat, wie es für uns Fans üblich ist, mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Also alles wie immer. Was sofort ins Auge sticht: Karl-Anthony Towns ist weg und ich gehöre zu denen, deren Herz dabei blutet. Der Trade hat uns zwar finanziell etwas Luft verschafft, aber gleichzeitig auch eines der Gesichter der Franchise verloren. Der sportliche Verlust könnte da vielleicht eher aufgefangen werden, als der menschliche. Jetzt, wo Towns weg ist, rücken wir noch mehr in Richtung eines Teams, das um Anthony Edwards herum aufgebaut werden muss.

Jetzt, wo die neue Saison vor der Tür steht, bleibt also die Frage, ob wir nun besser sind. Ganz ehrlich? Kurzfristig eher nicht. Der Verlust von Towns wird erst einmal zu schaffen machen, vor allem in der Offensive. Aber langfristig gesehen könnte dieser Schritt genau das gewesen sein, was wir gebraucht haben. Der Konjunktiv ist aber gleichzeitig auch eine Hypothek. Anthony Edwards ist nun der unumstrittene Anführer dieses Teams und er ist bereit, den nächsten Schritt zu machen. Mit den Ergänzungen von DiVincenzo und Randle haben wir zwar keine Superstars geholt, aber Spieler, die genau in die Lücken passen, die uns in der letzten Saison oft das Genick gebrochen haben. Wenn Randle konstant bleibt und DiVincenzo die Defensive stabilisiert, könnten wir überraschen.
Aber seien wir ehrlich: Diese Saison wird eine Bewährungsprobe. Sich erneut souverän für Playoffs zu qualifizieren muss das Ziel sein, doch wir müssen uns als Team erst finden. Es wird darauf ankommen, wie schnell die Neuzugänge ins System passen und ob Edwards wirklich der Spieler sein kann, der diese Mannschaft trägt. Zweiteres sollte dabei weniger ein Problem sein als ersteres, doch Geduld ist der Schlüssel. Wenn alles zusammenkommt, haben wir eine gute Chance, nicht nur konkurrenzfähig zu sein, sondern wirklich ein neues Kapitel für die Timberwolves zu eröffnen. Ich meine damit konkret, dass 2025 kein 2005 und damit ein erneuter Downfall sein wird. Die letzten 20 Jahre waren nicht immer einfach, wir brauchen jetzt konstante Erfolge.

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