von Nils (Twitter/X: @DerNils77)
Herausforderungen
Die Miami Heat haben die große Baustelle auf der Spielmacher-Position letzte Saison bereits mit Terry Rozier geschlossen, der jetzt seine erste volle Saison inkl. Vorbereitung bei den Heat bekommt. Er hat einen recht dicken Vertrag ($50 Millionen bis 25/26), ähnlich wie Duncan Robinson ($40 Millionen bis 25/26) und auch Tyler Herro ($95 Millionen bis 26/27).
Bam Adebayo – der designierte Franchisespieler – wurde für insgesamt knapp $235 Millionen bis 28/29 verlängert.
Der Vertrag von Jimmy Butler wurde laut Aussagen der Franchise in beiderseitigem Einvernehmen vorerst so belassen. Er ist im letzten Vertragsjahr mit einer Spieleroption für 25/26 in Höhe von $52 Millionen.
Der Rest des Teams ist in Rookie-Verträgen oder arbeitet zu geringen Bezügen. An sich sind den Heat bei der Payroll einfach die Hände gebunden.
Zugänge
Via Draft stießen zwei Rookies zum Team. Mit dem 15. Pick wählten die Heat Center-Talent Kel’el Ware und an 44. Stelle Guard Pelle Larsson.
Traditionell gibt es noch ungedraftete Spieler oben drauf – diesmal Forward Keshad Johnson und die Guards Zyon Pullin sowie Isaiah Stevens.
Als Free-Agent kam zum Minimum Veteran Alec Burks sowie die Guards Josh Cristopher und Dru Smith, die jeweils Two-Way-Verträge erhielten.
Abgänge
Nicht mehr im Kader stehen Caleb Martin, Patty Mills, Jamal Cain, Orlando Robinson, Cole Swider und Delon Wright. Alle verließen das Team als Free-Agents.

Bewertung und Blick nach vorn
Die Heat sind ihrer Linie treu geblieben. Es werden vorerst keine Spieler mit horrenden Verträgen an den South Beach geholt, bei denen sich die Franchise nicht den langfristigen Erfolg verspricht und die ewigen Tradekandidaten (Herro, Robinson) wurden (vorerst) gehalten – wahrscheinlich auch, weil die Angebote bis dato nicht als gut genug angesehen wurden.
Es wurde ein vielversprechender Stretch-Big mit Ware und eine Dreier-Mikrowelle von der Bank mit Larsson im Draft gepickt – beide mit für die Heat traditionell guter Defense ausgestattet.
Auch die Tradition der Undrafted-Player wurde mit drei Spielern (Johnson, Pullin, Stevens) beibehalten.
Die Spieler, die geliefert hatten, bekamen ihre Verlängerung (Haywood Highsmith für zwei Jahre) und die, die auf den Postionen benötigt werden, ihre einjährige Verlängerung (Thomas Bryant, Kevin Love). Der Rest wurde den Needs entsprechend für kleines Geld geadded.
Alles in Allem nichts Spektakuläres in Miami, wie so oft. Das Team ist vom Kader her in der Lage, die Playoffs zu erreichen – nicht viel mehr und nicht weniger.
Warum? Ich denke, dass die Heat auf die Offseason 25/26 hinarbeiten, sozusagen ein „Überbrückungs-/Entwicklungsjahr“ einlegen. Jimmy Butler wird sich bis dahin entscheiden, was mit ihm passiert. Er hat es aufgrund seiner Option vorerst für ein weiteres Jahr selber in der Hand. Ich bin mir sicher, dass er und die Franchise in stetem Austausch dazu bleiben – das ist einfach eine Herzensangelegenheit für beide Seiten.
Rozier, Herro und Robinson bekommen ein vielleicht letztes Bewährungsjahr. Die Heat werden sich die drei genau angucken und ggf. dann sogar trademäßig bei allen dreien den Trigger ziehen.
Die starken Talente (Jaime Jaquez Jr., Nikola Jović, Kel’el Ware) werden alle ausreichend Minuten sehen – inkl. einige in den ein/zwei Playoffrunden.

Es ist für mich auch durchaus vorstellbar, dass die Heat in die Saison 25/26 mit Bam und den Rookies sowie den Spielern, die es ggf. als Tradegegenwert für die oben genannten üblichen Verdächtigen gibt, oder ein/zwei Free-Agents gehen.
Ein komplettes Rebuildjahr kann ich mir an dem Punkt nicht vorstellen. Das würde prinzipiell der Philosophie Rileys und der Heat widersprechen, stets ein zumindest playoffkompetitives Team beisammen zu haben.
Bis dahin: Viel same same…
