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Schlimme Finger in der NBA? Selbstverständlich.

(Klick auf den jeweiligen Spielernamen führt zu einer offiziellen Meldung)

Vor nicht allzu langer Zeit beschäftigte Miles Bridges die Behörden in den USA. Und nun tut es aus ähnlich abscheulichen Gründen Bryn Forbes. Die beiden Fälle sind die aktuelle Spitze des Eisberges straffällig gewordener NBA-Profis. Dagegen sind die Vergehen von Taurean Prince, Devonte Graham, Montrezl Harrell oder James Bouknight seit letztem Juli eher Kleinigkeiten.

Grundsätzlich ist mit Blick auf die bekannt gewordenen Fälle wichtig zu betonen, dass die große Mehrheit der NBA-Spieler keine Kriminellen sind und dass Kriminalität unter NBA-Spielern kein weitverbreitetes Problem darstellt.

Bemüht man die Kriminalitätsstatistiken für die USA, so ist zu beobachten, dass die Zahl der Menschen, die zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, zwischen 1980 und 2006 stark anstieg: Im Jahr 1980 betrug der Anteil der Gefängnisinsassen an der Gesamtbevölkerung 0,3 Prozent. Im Jahr 2006 waren es mit einem Prozent mehr als dreimal so viel. Nach 2008 begannen die Zahlen wieder leicht zu sinken (Statista). Ergänzt man diese Zahlen um die Tatsache, dass im Vergleich zur Bevölkerung überdurchschnittlich viele Afroamerikaner verurteilt werden, sind die Anzahl der Straftaten von jährlich ca. 450 aktiven NBA-Spielern demnach ein passendes Abbild der Statistik.

Natürlich gibt es auch hier Schwankungen – also heiße Jahre, wie 1999 und 2000 mit jeweils 21 dokumentierten Straftaten aktiver Profis, aber auch ruhigere Jahre mit maximal 3 Straftaten. Polizeilich auffällig wurden NBA-Profis in gewisser Regelmäßigkeit ab Mitte der 80er Jahre. So mussten sich 1986 beispielsweise Hakeem Olajuwon wegen Körperverletzung und Chris Mullin wegen erhöhter Geschwindigkeit verantworten.

Schwere Vergehen sind dabei eher die Ausnahme. Die Klassiker waren und bleiben wohl „Driving under the influence“ und „Drug possession“. Aber auch der Besitz von Schusswaffen und die bereits erwähnte Körperverletzung sind nicht selten.

Im Folgenden sind zur Veranschaulichung der Bandbreite random ein paar Beispiele aufgezählt – ehrlicherweise ohne tiefergehende Recherche und Anspruch auf Vollständigkeit:

Im kollektiven Gedächtnis sind natürlich noch die von Jason Kidd ausgehende häusliche Gewalt (u.v.m.), die polizeilich-relevanten Eskapaden der s.g. Jail-Blazers oder die innige Beziehung von Michael Beasley zum Marihuana hängen geblieben.
Was hier gar nicht betrachtet wurde, sind Vorkommnisse bzw. Straftaten nach Beendigung der aktiven Karriere – ob nun Vin Baker oder auch Mookie Blaylock: Einige Profis mussten sich gegenüber der Polizei und Justiz verantworten, nachdem sie die Sneaker an den Nagel gehängt haben.

Sämtliche Straftaten sind zu verurteilen – m.E. aber besonders die, bei denen andere Menschen zu schaden kommen. Klar ist, dass es auch unter NBA-Profis Straftäter gibt – und weiterhin geben wird. Ebenso, wie im Rest der Gesellschaft. Ist es hier problematischer, weil sie medial im Rampenlicht stehen und eigentlich Vorbilder für ihre meist jungen Fans sein sollten? Vielleicht. 

Erwähnt sollte in dem Zusammenhang aber auch werden, dass NBA-Spieler teilweise zu unrecht verhaftet werden – so, wie eben auch Menschen, v.a. Afroamerikaner außerhalb der Basketball-Welt, die dabei nicht selten hart von der Polizei angegangen werden. Das erlebten beispielsweise Thabo Sefolosha, Sterling Brown oder vor kurzem aber weniger massiv Dennis Schröder. Bleibt zu hoffen, dass in allen Fällen Gerechtigkeit Einzug hält und die Liga bzw. die Teams selbst gut einschätzen, wen sie wieder auf das Hartholz lassen und wen nicht. Denn Fehler macht jeder mal. Aber auch hier sollte man differenzieren, nicht wahr Mr. Bridges!? In dem Sinne: Bleibt sauber.


Auflistung aller dokumentierten Fälle und Mugshot-Gallerie: https://nbacrimelibrary.com/

Twitter-Account: NBA Crime Library 

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